Süßigkeiten und Schnuller

Jede fünfte Doku im Fernsehen handelt mittlerweile davon. Jede Frauenzeitschrift beschäftigt sich mit dem Thema. Übergewicht.
Es ist nicht nur mühsam im Alltag, es setzt unserer Gesundheit auch stark zu. Insbesondere bei Kindern. Immer mehr Kinder leiden schon in frühen Jahren an Diabetes Typ 2 und kennen schon lange kein Hunger- oder Sättigungsgefühl mehr.
Trotz stärkerer Aufklärung sieht man immer noch Kinder, die schon mit einem Jahr Cola trinken und dabei fast stolz von ihren Eltern (die ebenfalls Cola trinken) betrachtet werden. Wie wir alle wissen, besteht Cola neben Wasser vor allem aus Zucker und Koffein. An dieser Stelle frage ich mich immer, ob diese Eltern ihrem Kleinkind auch Kaffee zum Frühstück anbieten. Gezuckert natürlich.
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Systematische Aberziehung der Intuition

Einst waren Eltern ganz mit ihren Kindern verbunden. Die Natur sah es vor, durch die Geburt und die dabei ausgeschütteten Hormone im Körper der Frau eine tiefe Bindung zum Kind aufzubauen. Es war für das Kind überlebensnotwendig, die Zuneigung der Mutter zu erhalten und auf deren Schutz zu vertrauen. Nicht nur durch die Geburt, auch durch die lange Schwangerschaft pflegte jede Mutter eine tiefe seelische Beziehung zum Kind. Wenn das Kind schrie, war die Mutter zur Stelle. Das Kind wurde stets am Körper getragen, was nicht nur besonders praktisch im arbeitsreichen Alltag einer Sammlerin damals war, sondern sich auch positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung und das Urvertrauen sowie die Ausgeglichenheit des Kindes auswirkte. So waren theatralische Erziehungsmaßnahmen nicht nötig. Mütter vertrauten stets auf ihre Intuition, wenn das Kind signalisierte, dass etwas nicht stimmte. Mutter und Kind waren im Einklang miteinander und handelten nicht gegeneinander. Die Frauen hatten von ihren Müttern gelernt und schon als Kinder viele andere Mütter im Umgang mit ihren Kindern beobachten können. Der Umgang mit Kindern war so selbstverständlich wie das Kochen oder das gemeinsame Singen.

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Krippe oder zu Hause bleiben?

In der Forschung ist man sich einig: die ersten drei Jahre haben eine große Bedeutung für die Entwicklung des Kindes, insbesondere für die feste Bindung zur Mutter.

Ich persönlich habe nach einem Jahr den Wiedereinstieg in Studium und schließlich Beruf gewagt. Das ist jedoch nicht jedermanns(fraus) Lebensentwurf. Folgt man der Wissenschaft, sollten wohl alle Frauen mindestens drei Jahre zu Hause bleiben. Auch ich hätte das gern getan, doch der Wunsch, wieder in anderen Themen tätig zu werden, mein Studium zu beenden und nicht gänzlich den Anschluss zum Berufsleben zu verlieren, haben mich letztlich dazu bewegt, schon eher das Haus zu verlassen.
Als ich mich damit befasste, welche Variante für unser Kind und mich am besten wäre, fielen mir verschiedene Kinder und das Zusammenspiel mit ihren Müttern auf.

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Ermahnungen

Heute muss ich mich ausnahmsweise mal ein wenig aufregen. Ich las gerade einen Artikel von „Elternwissen.com – Ihr kompetenter Eltern-Ratgeber rund im Kindergesundheit, lernen, Schule und Freizeit“.

Dort wurde von einer Dipl. Pädagogin die sogenannte „1-2-3 Methode“ vorgestellt. Sie besagt, dass man bis drei zählen, also drei Ermahnungen aussprechen soll, wenn das Kind etwas tut, was es aus Sicht des Erwachsenen nicht tun soll. Zudem rät der Beitrag zu entsprechenden Konsequenzen, wenn das Kind trotz wunderbaren Zählens keine Reaktion zeigt. Diese Konsequenzen können sein: Einschränkung des Fernsehkonsums, Telefonverbot, Computerverbot, bestimmte Aufgaben im Haushalt erledigen, kein Nachtisch.

Sind wir jetzt wieder im Mittelalter angekommen???

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„Das macht man nicht!“

Einer der schlimmsten Sätze, die Eltern sagen können. Keine Sorge, ich sage ihn leider auch hin und wieder, wenn ich in Erklärungsnot bin. „Das macht man nicht.“ oder auch gerne „Liebe Kinder tun das nicht.“ oder „Das ist böse.“ Was soll ein Kind von zwei Jahren damit anfangen? Es versteht den Satz nicht. Es merkt nur, ah, Mama will das nicht. Meist reagiert es durchaus darauf, aber letztlich ist es eine inhaltslose Floskel der Erwachsenen. Auch beliebt ist das Wort „Bitte“, wenn wir eigentlich eine sofortige Handlung vom Kind erwarten.

Was steckt eigentlich dahinter?
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„Du stellst dich immer so blöd an!“

Unser Gehirn funktioniert ganz einfach: Wiederholung prägt sich ein.

Beim ersten Mal ist ein Weg noch unbekannt und dauert lange. Bereits beim zweiten Mal geht er deutlich schneller und wir haben uns erste Eckpfeiler eingeprägt. Mit jedem weiteren Mal wird er uns vertrauter, bis wir ihn schließlich mit verbundenen Augen gehen könnten.

Im Laufe der Zeit, die man mit seinem Kind verbringt, glaubt man, dessen Eigenheiten, Stärken und Schwächen zu kennen. Die Fähigkeiten eines Menschen verändern sich sehr häufig. Besonders natürlich in den ersten Lebensjahren.

Was passiert dann, wenn wir unserem Kind immer und immer wieder sagen: „Du kannst einfach nicht rechnen.“ Oder „Du stellst dich immer so blöd an.“ Oder anderen erzählen: „Mein Kind tut sich immer weh.“ Oder „Mein Kind lernt nie, vernünftig zu essen.“ Oder „Mein Kind mag kein Gemüse.“ Oder „Mein Kind ist immer so tollpatschig.“ Weiterlesen

Streit und Versöhnung

Beim Thema „Ob oder wie viel Streit sollen Kinder mitbekommen?“ scheiden sich die Geister. Die einen sagen „Bloß nicht die Kinder involvieren. Das führt zu bleibenden Schäden.“, die anderen sagen „Die Kinder sollen alles mitbekommen, um zu lernen, mit Konflikten umzugehen.“

Streit zwischen Vater und Mutter oder Eltern und Freunden oder Verwandten lässt sich nicht planen. Es entsteht im Affekt. Die Kinder sind also meist ohnehin zumindest anfangs dabei.
Was ich persönlich aber viel entscheidender finde, ist, dass die wenigsten Kinder bei der Versöhnung der Streitparteien anwesend sind. Meist werden sie bei Aufkommen eines Konflikts aus dem Raum geschickt oder die Parteien trennen sich wutentbrannt. Doch die Lösung und Versöhnung bekommen die Kinder nicht mit, da diese am Telefon, außerhalb des Hauses, hinter verschlossenen Türen oder während die Kinder schlafen passieren.

Wie sollen Kinder lernen, sich zu versöhnen, wenn sie stets nur den Streit erleben? Zeigt ihnen die Versöhnung!

Grenzen setzen

Dass Grenzen wichtig sind, ist heutzutage wohl allen klar. Doch wie reagiert man eigentlich, wenn man wirklich richtig sauer ist?

Wenn Eltern wütend auf ihre Kinder sind, reagieren viele mit Distanz. Sie schreien ihre Kinder an, mal mehr und mal weniger laut und lassen sie dann im Raum stehen oder schmeißen sie gar raus. Was vermitteln wir unseren Kindern dann? „Wenn ich wütend auf dich bin, grenze ich dich aus. Ich habe dich dann nicht mehr lieb. Du bekommst nur meine Liebe, wenn du nach meinen Vorstellungen handelst und die Liebe verdienst.“ Wir knüpfen unsere Liebe an Bedingungen. Doch eigentlich ist sie doch bedingungslos?!
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„Was hat dir am besten gefallen?“

Eine Oma kommt mit ihrem Enkelkind aus dem Zoo. Die Mutter begrüßt ihr knapp zwei Jahre altes Kind freudig, das sofort beginnt, von den vielen Eindrücken zu berichten. Da fragt die Mutter: „Und welches Tier hat dir am besten gefallen?“

Es gibt eine Unart in unserer Leistungsgesellschaft: Wir Erwachsenen müssen alles vergleichen und bewerten. Weiterlesen

Nachgeben oder standhaft bleiben?

Wie jeder mit Kind feststellen wird, ist das ein wirklich schwieriges Thema. Wir wollen nicht zu hart sein oder manchmal nicht unser Gesicht verlieren, wenn wir erstmal etwas verboten haben.

Auf einen Kommentar antwortete ich Folgendes: Es ist ein Abwägen, wie wichtig es mir in dem Moment ist, dass meine Tochter meinem Wunsch folgt. Manchmal sehe ich ein, dass ihr Einwand berechtigt ist. Dann gebe ich nach. In anderen Situationen wiederum erkläre ich ihr die Situation und setze meinen Wunsch durch, wenn sie es partout nicht einsieht. Mir ist dabei wichtig, dass es eindeutige Situationen gibt, in denen sowohl ich als auch mein Mann immer gleich reagieren. Diese haben wir so gut es geht vorher geklärt, damit für uns und auch für unsere Tochter klar ist, wann es definitiv keine Diskussion gibt, weil es sich beispielsweise um eine gefährliche Situation handelt. Weiterlesen