Schulranzen mal anders

2018 wurde unsere Tochter eingeschult. Schon Monate vorher stellte sich die Frage, welcher Schulranzen wohl der beste für sie sei. Auf diesem Markt dominieren wenige große Firmen. Und sie sind sich alle einig, dass man Eltern so richtig das Geld aus der Tasche ziehen kann. Im Set mit Federtasche und Sportbeutel (und einigem Schnickschnack) liegen die Preise bei über 250€.

Ja, für einen RUCKSACK! Sicherlich gibt es auch günstigere Modelle, aber schnell bekommt man den Eindruck, das Kind sei von vornherein uncool, wenn es mit so einem ankommen sollte. Noch dazu sind die teuren Rucksäcke ja so ergonomisch und aus recycelten PET-Flaschen! Und Oma und Opa wollen ja schließlich auch ihr Geld loswerden.

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Taschengeld mal anders

Mit sechs Jahren begann das Thema: Der Freund unserer Tochter bekam 1€ Taschengeld pro Woche. Er wollte sehr häufig Zeitschriften oder andere Sachen beim Einkaufen, also beschlossen seine Eltern, er solle diese Wünsche mit seinem eigenen Geld bezahlen und so den Wert des Geldes erfahren. Wir hatten bis dahin nicht über dieses Thema nachgedacht. Aber fangen wir beim Anfang an….

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Mein größter Fehler in der Erziehung!

Unsere Tochter ist nun fast 8, unser Sohn 4 Jahre alt. Wir blicken also auf eine gewisse Zeit der Erziehung zurück. Ich selbst bin bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, was per se gewisse Umstände mit sich bringt. Zum Beispiel mehr Einbeziehung in alltägliche Tätigkeiten, weil eben nur zwei erwachsene Hände vorhanden sind. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann war und bin ich auf eine Eigenschaft von mir sehr stolz:
meine Selbstständigkeit.

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Karies – Was tun?

Zähne sind – neben Impfungen – für mich als Mutter das schlimmste Thema im Umgang mit Kindern. Hier treffe ich Entscheidungen für sie, die keiner rückgängig machen kann, wenn es doch zu Komplikationen führt, die leider oft erst langfristig sichtbar werden. Wann lasse ich wie viel auf welche Methode machen? Heute erfahrt ihr ausführlich, worauf es bei der alternativen Zahnpflege ankommt, welche Ursachen Karies hat und wie ich – wohl eher ungewöhnlich – mit Karies bei unserer Tochter umgehe bzw. diese vorbeuge. Ich gehe dabei vollkommen neue Wege, die (leider) selten bis nie von Zahnärzten vorgeschlagen werden.

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Entschuldigung mal anders

Mein zweijähriges Kind sitzt im Sandkasten und spielt mit einer Schaufel. Ein anderes Kind setzt sich daneben. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie mein Kind das Förmchen, das vor dem anderen liegt, nimmt. Daraufhin merkt das andere, dass es dieses Förmchen auch gerade haben wollte und schreit. Die Mutter stürzt sich auf ihr Kind, schaut meines wütend an und schimpft zu mir herüber: „Ihr Kind könnte sich ja auch gerne mal entschuldigen.“

Herrlich, diese Situationen. Ich kann jetzt also nur schuldbewusst hinübergehen und meinem Kind sagen: „Sag Entschuldigung!“. Das wird es mit zwei Jahren wohl mit einem Schulterzucken beantworten, mich verständnislos anschauen und weiterspielen.

Heute nehmen wir uns mal die Zeit, über so eine Entschuldigung nachzudenken. Weiterlesen

Fehlgeburt – wie gehe ich damit um?

Ich erzähle euch meine eigene, sehr persönliche Geschichte. Sie beginnt traurig, doch wandelt sich mit jeder Zeile zu mehr Zuversicht und Stärke.

Vor drei Monaten haben wir unser drittes Kind im dritten Monat verloren. Für manche ist das noch kein Leben. Für Mutter und Vater schon. Als ich plötzlich Blutungen hatte, ging ich zum Arzt. Ich lag dort und die Ärztin starrte auf den Bildschirm. Stumm. Gefühlte fünf Minuten schaute sie, ohne etwas zu sagen. Ich spürte, wie mein Herz immer schneller schlug. Ich wusste, was ihr Blick zu bedeuten hatte. Endlich sagte sie etwas. Sie sähe keinen Herzschlag.

Die Worte hallten in meinem Kopf. Stille. Dann ohrenbetäubendes Rauschen. Was heißt das für uns? Was passiert jetzt? Wie gehe ich damit um? Weiterlesen

Wer ist unser Dorf?

Ein afrikanisches Sprichwort lautet:
„Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“

Ich erlebe, dass dies allzu gerne von Eltern heutzutage zitiert wird, wenn sie ausdrücken wollen, dass es Mutter und Vater zwangsläufig überfordern muss, ein Kind zu erziehen, weil dies ja früher ein ganzes Dorf tat. Jeder passte auf, jeder sorgte sich um die Regeln und Kinder spielten überall. Paradiesisch! Weiterlesen

Wo ist die Liebe?

Wir stehen vor einem großen gesellschaftlichen Wandel, das bestreitet wohl niemand mehr. Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) werden uns, unsere Arbeits- und Lebensweise verändern. Als Eltern wollen wir unser Kind auf die Zukunft vorbereiten. Doch dies scheint schwieriger denn je. Was können wir unseren Kindern also mitgeben? Weiterlesen

Lern doch mal Toleranz

Ach ja, die wunderschöne Toleranz ist in aller Munde. Was wäre es doch für eine Welt mit weniger Ausgrenzung und mehr Toleranz! Die anderen sind ja so intolerant! Wären sie doch bloß wie ich!

Woher kommt eigentlich unsere (nicht) vorhandene Toleranz? Es lässt sich wohl nicht leugnen, dass wir sie von unserer Umgebung erlernen. Da wären das Elternhaus, Erzieher, Lehrer und Freunde. Und sicher haben die Eltern den größten Einfluss darauf, denn mit unserem Verhalten und unseren Bemerkungen zeigen wir jeden Tag, wie ernst wir es mit der Toleranz meinen.

Wenn wir heute von Toleranz sprechen, meinen wir in der Regel die Akzeptanz von Menschen, die durch Meinungen, Äußerlichkeiten, Religiosität oder kulturelle Verhaltensweisen auffallen und nicht der Norm der Landesbevölkerung entsprechen. Doch wo beginnt für unsere Kinder Toleranz? Beginnt sie tatsächlich erst mit dem Willkommensschild für Flüchtlinge?

Kinder sind von Natur aus tolerant. Sie werden tolerant geboren, weil sie nichts beurteilen und alles so nehmen, wie es ihnen geboten wird. Sie spielen mit jedem Kind. Völlig wertfrei. Aus purer Liebe. Ihr Überleben ist von der Fürsorge der Erwachsenen und ihrer Fähigkeit des Beobachtens abhängig. Sie lernen durch Nachahmung.

Wenn wir dann abfällig über intolerante Menschen sprechen, werfen wir ihnen vor, dass sie Flüchtlinge nicht mit vermeintlich offenen Armen begrüsst, Angst vor deren Andersartigkeit und Meinungen nicht akzeptiert hätten. Was haben ihre Eltern bloß falsch gemacht?!

Und dann beobachte ich… Weiterlesen

Philosophier doch mal!

Was ist Glück? Was ist ein Freund? Warum bauen Menschen Waffen? Warum zerstören Menschen die Natur? Was ist Liebe?
 
Als unsere Tochter vier Jahre alt war, fragte sie mich plötzlich abends im Bett, warum Babys sterben müssten. Ich war etwas irritiert und erinnerte mich dann, dass eine Freundin kurz vorher einen Satz über einen Bericht im Radio zum Thema Fehlgeburten erzählt hatte. Unsere Tochter bewegte dies tief. Wir unterhielten uns darüber, sprachen über den Tod und dass jeder Mensch einmal stirbt. Sofort schlussfolgerte sie, dass auch Mama und Papa sowie ihre Großeltern sterben würden. Ein paar Minuten war sie völlig aufgelöst, als sie daraufhin erkannte, dass wir wohl eher als sie sterben würden.
 
Es war ein sehr bewegender Moment, dessen Zeitpunkt mich besonders überraschte. Nie hätte ich vermutet, solche Gespräche schon so früh zu führen. Doch es bot uns die Chance, gemeinsam aus dieser Trauer wieder herauszufinden und zu erkennen, dass der Tod zwar zu unserem Leben gehört, doch uns nicht beängstigen muss und auch nichts Schlimmes ist. Am Ende des Gespräches schlief sie mit einem Lächeln ein. Seitdem haben wir oft solche Gespräche abends im Bett. Über die Entstehung der Erde, Krieg, Waffen, Gewalt, Fleischkonsum, Klima, Liebe und vieles mehr. Anfangs war ich unsicher, ob man solche Gespräche zum Einschlafen führen sollte. Klingt nicht gerade nach einer netten Einschlafgeschichte. Doch unsere Tochter forderte es förmlich ein und schlief danach auch nicht schlecht. Es war im Trubel eines Familienlebens der Zeitpunkt, an dem sie wohl am meisten Ruhe zum Nachdenken hatte. Weiterlesen