Das Ende der Still-Geschichte

Ich schrieb bereits darüber, dass auch eine Mutter, die sich einst für das „Stillen bis das Kind nicht mehr will“ entschied, mal ins Straucheln gerät. Das war für mich ein Moment, in dem ich mich noch einmal daran erinnern musste, welchen Segen das Stillen mir bringt. Zum Beispiel, dass es noch nicht eine einzige Situation in den letzten drei Jahren gab, in der ich mich wirklich hilflos gegenüber den wütenden, traurigen oder aufgebrachten Gefühlen meiner Tochter fühlte. Wenn Worte nicht mehr halfen, war sie binnen Sekunden durchs Stillen beruhigt. Egal, welcher Trotz sie zuvor noch geritten hatte. Dies gibt mir bis heute ein Gefühl der Sicherheit. Auch zeigt es ihr auf eindrückliche Weise, dass unsere Gefühle (und wie wir uns in sie hineinsteigern) von uns selbst gemacht sind und ebenso schnell verändert werden können. Egal, welches Gefühl sie übermannt, bei mir kommt sie immer zur Ruhe und findet Geborgenheit und Nähe. Mehr kann ich mir eigentlich gar nicht wünschen. Und das ist vor allem in der Trotzphase ein grandioser Weg, um dem Kind weiterhin wichtige körperliche Nähe zu geben, die viele Kinder in dieser Phase ablehnen, weil sie den Trotz gegen die elterliche Meinung mit körperlicher Distanz gleichsetzen.

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Langzeitstillen – Gedanken aus der Praxis

Langzeitstillen – kaum ein Thema wird heftiger in der Erziehung diskutiert. Mittlerweile treten die Vorteile dessen mehr in den Fokus. Sogar Wissenschaftler streiten nicht mehr ab, dass es die Bindung stärkt, die Kinder seltener krank sind und die Mütter weniger Stress mit Fläschchen, Gläschen, Aufwärmen und Sterilisieren haben.
Und doch: ich kenne nur eine Handvoll Frauen, die länger als ein Jahr stillt.
In der Öffentlichkeit wird stark polarisiert. Wer sein Kind über ein Jahr stillt, gehört schon gleich in die Gruppe der Langzeitstill-Mütter. Und obwohl immer mehr Menschen über die Vorteile wissen, werden stillende Frauen in der Öffentlichkeit nicht gerade mit Begeisterung empfangen. In der Presse wird meist nur von den Vor- und Nachteilen berichtet und nur selten, mit welchen Gedanken eine länger stillende Mutter in Deutschland zu kämpfen hat. Wie fühlt sich eigentlich eine Mutter, die sich für das Stillen über ein Jahr entschieden hat? Wenn ich ja zum Langzeitstillen gesagt habe, bin ich dann jedem Zweifel, jedem kritischen Blick erhaben? Wie gehe ich mit wechselnden Gefühlslagen um, wenn nach drei Jahren doch plötzlich die Einschränkungen und Rechtfertigungen in den Vordergrund treten?

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Ich konnte nicht stillen

Das Stillen ist ein hochkomplexer Akt des Körpers. Auch wenn Studien besagen, dass 90% der Frauen stillen können, sehen die realen Zahlen anders aus. Für den Milcheinschuss sind die ersten Minuten nach der Geburt sowie die Geburt selbst von großer Bedeutung. Durch einen Kaiserschnitt und die dadurch nicht vorhandenen Hormone im Körper wird der Milcheinschuss sehr erschwert. Weiterlesen

Jeden Tag mehr Bewusstheit

Schon bevor unsere Tochter geboren war, wusste ich, sie soll in unserem Bett schlafen. Ich hatte einiges über das „Familienbett“ gelesen und war davon begeistert. Erstmal fanden das auch alle toll, denen wir davon erzählten. Doch schon nach einigen Monaten kamen die ersten komischen Blicke. „Wie, eure Tochter schläft immer noch bei euch? Da wird sie ja nie selbstständig!“ Es folgten noch weitere Vorurteile, bis die meisten es einfach akzeptierten und wir nicht mehr viel darüber sprachen.

Ein sehr häufig angetroffenes Argument war: das Kind wolle dann sicher niemals aus dem elterlichen Bett ausziehen. Ich fand diese Aussage schon immer merkwürdig. Denn sie impliziert, dass ein Kind niemals erwachsen werden will. Weiterlesen

Angebot und Nachfrage

Wenn das Baby aktiver wird, Krabbeln und sogar Laufen lernt, wird auch der Appetit des Kleinen größer. Das merkt die stillende Mutter natürlich sofort am eigenen Leib. Ich höre von diesen Müttern dann oft entsetzt: „Ja, soll ich jetzt alle fünf Minuten stillen?“ Zu diesem Zeitpunkt kommt dann meist der Wunsch, zuzufüttern, denn erstens wird man von vielen Ärzten komisch angeguckt, wenn man nach 10 Monaten immer noch keinen Brei füttert und zweitens wird die Angst verbreitet, das Kind würde nicht genug Nahrung zu sich nehmen, da die Muttermilch ja nicht reiche. Doch viele Babys lehnen Brei ab. Ich selbst habe es auch mit Brei versucht, doch unsere Tochter fand diesen nie wirklich anziehend. Die mütterliche Brust war und ist immer interessanter und scheinbar auch köstlicher. Was jedoch viele vergessen: Hier kommt der Ursprung des „Angebot-Nachfrage“-Prinzips zum Tragen. Wenn der Bedarf des Kindes größer wird, passt sich auch die Menge der Muttermilch an. Das heißt, wenn das Baby nun saugt, kommt deutlich mehr Milch in kürzerer Zeit. Weiterlesen

Stillen schützt vor Brustkrebs

Was naturverbundene Frauen schon immer wussten: Stillen ist nicht nur für das Kind gut, sondern auf für die Mutter selbst.

Neuere Studien bestätigen: je länger eine Frau ihr Kind stillt, desto niedriger wird das Brustkrebsrisiko. Bereits 2002 veröffentlichte die medizinische Fachzeitschrift The Lancet eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass mit jedem „gestillten Jahr“ das Brustkrebsrisiko der über 150.000 in dieser Studie untersuchten Frauen um 4,3 Prozent abnahm. Sogar Frauen, in deren Familie bereits Brustkrebs aufgetreten war, hatten durch das Stillen ihres Kindes ein um 59% niedrigeres Risiko, daran zu erkranken. Weiterlesen

Über den Sinn der Trotzphase

Ich habe einige Artikel und Bücher zum Thema „Trotzphase“ gelesen. Dort schrieben viele Mütter, dass die ersten Trotzanfälle in Situationen auftraten, die sie zuvor als besonders innig mit ihren Kindern erlebt hatten. Beispielsweise beim zu Bett Gehen oder beim Wickeln, was Mutter und Kind als besonders harmonisch und verbindend empfanden.
Auf einmal kämpfte das Kind mit allen Mitteln gegen diese Situation, schrie, warf sich auf den Boden oder schlug sogar die Mutter.
Die Trotzphase kommt meist aus heiterem Himmel und stattet den Eltern im Laufe des Lebens immer mal wieder einen Besuch ab.
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Die häufigsten Argumente gegen das Familienbett – kurz und knackig

1. Höhere Gefahr des plötzlichen Kindstods (SIDS).
Man stellte fest, dass Säuglinge im ersten Lebensjahr deutlich häufiger im eigenen Bett durch SIDS sterben. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Neuere Theorien gehen davon aus, dass besonders der Übergang vom Wach- in den Schlafzustand gefährdet ist. Man vermutet eine Störung der Steuerung von Atmung und Herztätigkeit im Gehirn als Auslöser. Der Übergang zwischen Tiefschlaf und Traumphase ist sehr intensiv. Das Gehirn arbeitet in dieser Phase etwas instabil. Weiterlesen

Wo ist der Platz des Kindes?

Ist die Geburt erstmal vollbracht, dreht sich die ersten Monate erst einmal alles um das neue Familienmitglied. Insbesondere beim ersten Kind brauchen die Eltern eine Weile, zu einem neuen gemeinsamen Alltag zu finden, den Umgang mit dem Baby zu erlernen und ihrer neuen Rolle gerecht zu werden.

In unzähligen Foren wird darüber diskutiert, wie es nach der Ankunft eines Kindes mit der Partnerschaft weitergeht. Die Frau ist meist noch von der Geburt angeschlagen und muss sich mindestens die ersten vier Wochen schonen. Sport sollte erst nach sechs Monaten wieder betrieben werden. Zudem hat sich der gesamte Hormonhaushalt der Frau verändert und wirkt stark auf ihre Befindlichkeit, ihre Muttergefühle und auch das Bedürfnis nach Zuwendung ein. Für den Mann hingegen hat sich körperlich nicht ganz so viel verändert. Seine Bedürfnisse nach Zuwendung und Nähe existieren ebenso wie vor der Geburt. Dieses Ungleichgewicht, gepaart mit der neuen Verantwortung für einen kleinen Menschen bereitet vielen Eltern Schwierigkeiten. Weiterlesen