Unbeschreibliches Gefühl

Ich hatte mit meiner zweijährigen Tochter Freunde besucht. Abends um kurz vor acht verabschiedete ich mich und ging mit ihr zur Bahn, um nach Hause zu fahren. Ich sagte ihr, dass sie in der Bahn schon schlafen könne. Sie bejahte diesen Plan, indem sie antwortete „Bahn schlafen“.

Wir mussten noch einige Minuten auf dem Bahnsteig warten. An einer Bank angekommen, kletterte sie seitlich auf meinen Schoß, lehnte sich gegen mich und schaute über die Wiese vor den Gleisen.

Es war ein Moment völliger Stille. Voller Frieden. Voller Vertrauen.
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Neu auf dem Blog?

Hervorgehoben

Als Einstieg in die Thematik und Grundhaltung dieses Blogs empfehle ich folgende Artikel:

Das „geistige Feld“ der systemischen Aufstellung
Die natürliche Ungleichheit
Innere Größe
Unser Geschenk
Eltern schenken das Leben
Bedingungslose Liebe
Urvertrauen durch Körperkontakt
Pflege der Beziehung
Wie Kinder glücklich werden
Geschwisterreihe

Auf Facebook und Twitter veröffentliche ich zusätzlich Links zu spannenden Themen, die mir bei der Recherche zu meinen Artikeln über den Weg laufen.

Mir ist wichtig, dass die Artikel nicht als Angriff auf Menschen betrachtet werden, die anders handeln. Viel mehr sollen sie zum Nachdenken anregen und das Handlungsspektrum erweitern. Es geht hier nicht darum, Ideologien zu postulieren, sondern Wahlmöglichkeit und bewusste Einflussnahme zu schaffen. Denn alles, was extrem gehandhabt wird, kann schädlich sein. Letztlich entscheidet die Beziehung zwischen Mutter/Vater und Kind, welchen Einfluss Ereignisse und Methoden haben.

Viel Spaß beim Entdecken!

„Bei wem möchtest du leben?“

Wenn sich Eltern trennen, stellt sich meist die Frage, wo das Kind leben möchte. Tatsächlich gibt es viele Eltern, die aus „Gerechtigkeit“ ihr Kind entscheiden lassen, wo es leben möchte.

Ein Kind kommt zur Hälfte vom Vater und zur Hälfte von der Mutter. Es gehört zu beiden in gleichem Maß. Und es liebt beide in gleichem Maße! Eine Entscheidung für den einen und gegen den anderen ist für ein Kind unmöglich, ohne sich selbst innerlich zu schaden. Es überfordert ein Kind, egal welchen Alters.
Entscheidet sich das Kind, beim Vater zu leben, verliert es ein Stück der Mutter. Und entscheidet es sich für die Mutter, verliert es ein Stück des Vaters. Es zerreißt das Kind.
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Kinder haben ein Recht auf beide Eltern

Für die Erwachsenen existieren in einer Familie mit Kindern zwei Ebenen: die Paarebene und die Elternebene. Während sich die Paarebene ändern kann, bleibt die Elternebene ein Leben lang bestehen.

Wenn sich ein Paar trennt, sieht sich meist der eine verlassen und der andere als Gehender. Das ist mit vielen Verletzungen verbunden, die sich in Trauer und Wut ausdrücken. Um dem anderen den eigenen Schmerz deutlich zu machen, eignen sich die Kinder gut als Waffe. Viele verweigern dem anderen Elternteil den Kontakt zum Kind oder machen den anderen beim Kind schlecht. Durch Zorn und Schuldzuweisungen kann man die eigene Trauer leichter ertragen. Doch wen trifft man letztendlich damit?

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Warum das Schreien der Säuglinge Sinn macht

Ein Kind kommt auf die Welt.
Ein unbekannter Ort, kalt, Luft, seltsame Wesen, laute Geräusche.
Im besten Fall kann das Baby sofort in den Arm der Mutter und dort die warme, süße und frische Muttermilch trinken. Sofort lässt der Schreck nach, Ruhe kehrt ein, Vertrauen entsteht zwischen Mutter und Kind.

Die ersten Wochen sind vergangen. Langsam wird das Baby wacher, schläft nicht mehr 10 Stunden am Tag. Doch gleichzeitig schreit das Baby nun auch öfter. Wenn die Mutter es auf eine Decke legt, um schnell auf Toilette zu gehen, quittiert es dies mit lautem Schreien und Strampeln.
Erst ist die Mutter bei jedem Mal noch in heller Aufregung. Langsam aber merkt sie, dass dem Kind nicht ernsthaft etwas fehlt. Es nimmt das Schreien in dieser Situation immer häufiger nicht ernst, denn es ist meist beendet, sobald sie ihr Kind wieder in den Arm nimmt.

Wozu dient das Schreien des Babys? Ist es der Ausdruck von Meckern? Ist es ein Hilfeschrei? Ist es die eigene Unbeholfenheit? Weiterlesen

Babybett und eigenes Zimmer

Egal, wohin man kommt. Im ersten Lebensjahr des Kindes wird man non-stop gefragt: „Und, wie schläft dein Kind? Schläft es schon durch? Schläft sie schon in ihrem eigenem Bettchen?“

In jedem Café, bei jedem Spaziergang, in jeder Krabbelgruppe ist es Thema.
Ja, ein Säugling ist eine Umstellung. Und klar, man wird definitiv öfter wach als vorher, als man acht Stunden am Stück schlafen konnte. Immer mehr Kindern steckt die anstrengende Geburt förmlich in den Knochen und wirkt sich negativ auf das Schlafverhalten aus. Diese Kinder schreien oft die ersten Monate vermeintlich grundlos Tag und Nacht. Dann hilft unter anderem der Osteopath, der die Verspannungen im Körper des Säuglings löst, die während der Geburt entstanden und für durchgängiges Schreien sorgten. Die Craniosacrale Ostheopathie wird im Speziellen für Kinder mit Schmerzen und Körperverspannungen empfohlen.

Doch was hat es auf sich mit dem Kinderbett?

Wann immer ich mit Müttern in der Krabbelgruppe sprach, berichteten sie mir von ihren Fortschritten, das Baby endlich ins eigene Bett oder sogar ins eigene Zimmer zum Schlafen gebracht zu haben. Weiterlesen

Kinderwagen vs. Tragetuch im ersten Lebensjahr

Ich möchte einmal meine persönliche Gegenüberstellung des Kinderwagens und des Tragetuchs vorstellen und bin dankbar für jede Erweiterung.

Kinderwagen:

  • Das Baby kann problemlos einschlafen und behindert die Mutter dann nicht
  • Mutter und Kind können sich frei bewegen
  • Der Einkauf kann ohne Einschränkungen im Kinderwagen transportiert werden
  • Lange Strecken sind gut zu Fuß zu meistern

Tragetuch:

  • Hände sind immer frei und jegliche Arbeiten können erledigt werden
  • Unterwegs stellen Treppen kein Hindernis dar
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Urvertrauen durch Körperkontakt

Ich möchte zum Einstieg von einem Buch aus dem Jahre 1998 berichten.
Es handelt sich um das Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück von Jean Liedloff.

Eine angehende französische Ärztin berichtet, wie sie im Urwald bei einem alten Stamm gelebt und die Menschen beobachtet hatte. Dort war ihr aufgefallen, dass die Kinder nie so schrill und viel schrien wie in Europa. Dieser Sache wollte sie auf den Grund gehen, indem sie den Stamm mehrere Jahre begleitete. Schließlich führte sie das scheinbar ruhigere Verhalten der Kinder auf den ständigen Körperkontakt zurück, den sie durch ihre Mutter oder andere Bezugspersonen erhielten. Babys und Kleinkinder wurden dort immer in Tüchern am Körper getragen. Meist bei der Mutter, manchmal bei Geschwistern oder anderen Verwandten. Bei der Arbeit, beim Kochen, beim Baden. Zudem wurden sie sehr lange gestillt und der Wunsch nach Nähe oder Stillen wurde nie verwehrt. Jean Liedloff nennt es letztlich das „Urvertrauen“, das sich bei den Kindern im Urwald durch den engen Körperkontakt entwickelte. Weiterlesen