Antifragilität im Alltag

Es gibt drei Zustände in der Natur:
fragil, also sehr zerbrechlich. Robust, also hart und (nahezu) unzerstörbar.
Und antifragil. Was ist das?

Nassim Nicholas Taleb beschreibt es so:

„Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das Resiliente, das Widerstandsfähige widersteht Schocks und bleibt sich gleich; das Antifragile wird besser […]
Das Antifragile steht Zufälligkeit und Ungewissheit positiv gegenüber, und das beinhaltet auch – was entscheidend ist – die Vorliebe für eine bestimmte Art von Irrtümern. Antifragilität hat die einzigartige Eigenschaft, uns in die Lage zu versetzen, mit dem Unbekannten umzugehen, etwas anzupacken – und zwar erfolgreich –, ohne es zu verstehen.“ (Antifragilität, S. 21/22)

Ich beobachte in vielen Familien hierzulande eine gewisse Besessenheit von Strukturen. Um 7 Uhr gibt es jeden Tag Frühstück. Um 7:45 Uhr wird der Weg zur Kita und Arbeit begonnen. Um 12 Uhr gibt es jeden Tag Mittagessen. Um 18 Uhr gibt es Abendessen. Um 19:55 Uhr gucken die Kinder das Sandmännchen. Um 20 Uhr gehen die Kinder ins Bett. Und schlimmstenfalls dazwischen zu festgelegten Tagen ein festgelegtes Programm.

Die Begründung dafür kommt sofort aus der Hüfte geschossen: Kinder bräuchten Struktur. Der Körper passe dann auch seinen Hunger und alle anderen Bedürfnisse dieser Struktur an, sodass die Kinder nicht zwischendurch essen wollen und rechtzeitig im Bett liegen, um genug Schlaf für den nächsten Tag zu bekommen. Weiterlesen

Süßigkeiten und Schnuller

Jede fünfte Doku im Fernsehen handelt mittlerweile davon. Jede Frauenzeitschrift beschäftigt sich mit dem Thema. Übergewicht.
Es ist nicht nur mühsam im Alltag, es setzt unserer Gesundheit auch stark zu. Insbesondere bei Kindern. Immer mehr Kinder leiden schon in frühen Jahren an Diabetes Typ 2 und kennen schon lange kein Hunger- oder Sättigungsgefühl mehr.
Trotz stärkerer Aufklärung sieht man immer noch Kinder, die schon mit einem Jahr Cola trinken und dabei fast stolz von ihren Eltern (die ebenfalls Cola trinken) betrachtet werden. Wie wir alle wissen, besteht Cola neben Wasser vor allem aus Zucker und Koffein. An dieser Stelle frage ich mich immer, ob diese Eltern ihrem Kleinkind auch Kaffee zum Frühstück anbieten. Gezuckert natürlich.
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