Schmerzlose Geburt

Befragen wir heute 100 kinderlose Frauen, wie sie sich eine Geburt vorstellen, sagen mit Sicherheit mindestens 98 davon, sie wäre mit äußerst starken Schmerzen verbunden.

Betrachten wir einmal die Welt mit den Augen Leonardo Da Vincis. Er ist bekannt dafür, all seine Erfindungen den Beobachtungen der Natur entnommen zu haben. Für ihn ist der Mensch die Abbildung der Erde. Alles, was wir tun und anwenden, wiederholt sich in einfachen Mustern in Tieren und Pflanzen.

Diesen Blickwinkel auf den Geburtsprozess übertragen, sollten wir Säugetiere beim Gebären beobachten. Was fällt dabei auf? Die Geburt dauert selten 48 Stunden, es wird keine Hilfe von anderen Tieren benötigt und die gebärende Mutter schreit nicht vor Schmerz, obwohl bei vielen Tierarten das Baby eine immense Größe erreicht.
Oder drücken wir es ein wenig religiöser aus: Wieso sollte ein Gott, der den menschlichen Körper so perfekt geschaffen hat, solch grobe Fehler beim Thema Fortpflanzung gemacht haben?

Welchen Sinn sollen Schmerzen bei der Geburt haben, wenn die Natur doch eigentlich die ständige Fortpflanzung zur Arterhaltung anstrebt? Würde es den Menschen heute noch geben, wenn Frauen vor 10.000 Jahren gesagt hätten „Hui, ein zweites Kind will ich nach den Schmerzen aber nicht haben.“?
Weiterlesen

„Du stellst dich immer so blöd an!“

Unser Gehirn funktioniert ganz einfach: Wiederholung prägt sich ein.

Beim ersten Mal ist ein Weg noch unbekannt und dauert lange. Bereits beim zweiten Mal geht er deutlich schneller und wir haben uns erste Eckpfeiler eingeprägt. Mit jedem weiteren Mal wird er uns vertrauter, bis wir ihn schließlich mit verbundenen Augen gehen könnten.

Im Laufe der Zeit, die man mit seinem Kind verbringt, glaubt man, dessen Eigenheiten, Stärken und Schwächen zu kennen. Die Fähigkeiten eines Menschen verändern sich sehr häufig. Besonders natürlich in den ersten Lebensjahren.

Was passiert dann, wenn wir unserem Kind immer und immer wieder sagen: „Du kannst einfach nicht rechnen.“ Oder „Du stellst dich immer so blöd an.“ Oder anderen erzählen: „Mein Kind tut sich immer weh.“ Oder „Mein Kind lernt nie, vernünftig zu essen.“ Oder „Mein Kind mag kein Gemüse.“ Oder „Mein Kind ist immer so tollpatschig.“ Weiterlesen