Über erziehungsluecke

Junge Mutter, Wirtschaftsinformatikerin, ausgebildet in NLP und über 10 Jahre Erfahrung in systemischen Aufstellungen.

Was macht uns glücklich?

Es macht uns glücklich, schenken zu können und beschenkt zu werden. Wenn wir geben und nehmen können, erfüllt es uns mit tiefer Freude und einem Gefühl der Leichtigkeit.

Was macht uns unglücklich? Wenn wir uns in einer Situation wiederfinden, in der wir keine Möglichkeit mehr haben, großzügig zu sein und anderen Menschen etwas zu schenken. Ebenso wenn wir als Kinder lernten, unser Hab und Gut für uns zu behalten. Dann verkümmern wir innerlich. Dann fühlen wir uns einsam, selbst wenn wir in einer Gruppe von zwanzig Menschen stehen. Weiterlesen

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Lern doch mal Toleranz

Ach ja, die wunderschöne Toleranz ist in aller Munde. Was wäre es doch für eine Welt mit weniger Ausgrenzung und mehr Toleranz! Die anderen sind ja so intolerant! Wären sie doch bloß wie ich!

Woher kommt eigentlich unsere (nicht) vorhandene Toleranz? Es lässt sich wohl nicht leugnen, dass wir sie von unserer Umgebung erlernen. Da wären das Elternhaus, Erzieher, Lehrer und Freunde. Und sicher haben die Eltern den größten Einfluss darauf, denn mit unserem Verhalten und unseren Bemerkungen zeigen wir jeden Tag, wie ernst wir es mit der Toleranz meinen.

Wenn wir heute von Toleranz sprechen, meinen wir in der Regel die Akzeptanz von Menschen, die durch Meinungen, Äußerlichkeiten, Religiosität oder kulturelle Verhaltensweisen auffallen und nicht der Norm der Landesbevölkerung entsprechen. Doch wo beginnt für unsere Kinder Toleranz? Beginnt sie tatsächlich erst mit dem Willkommensschild für Flüchtlinge?

Kinder sind von Natur aus tolerant. Sie werden tolerant geboren, weil sie nichts beurteilen und alles so nehmen, wie es ihnen geboten wird. Sie spielen mit jedem Kind. Völlig wertfrei. Aus purer Liebe. Ihr Überleben ist von der Fürsorge der Erwachsenen und ihrer Fähigkeit des Beobachtens abhängig. Sie lernen durch Nachahmung.

Wenn wir dann abfällig über intolerante Menschen sprechen, werfen wir ihnen vor, dass sie Flüchtlinge nicht mit vermeintlich offenen Armen begrüsst, Angst vor deren Andersartigkeit und Meinungen nicht akzeptiert hätten. Was haben ihre Eltern bloß falsch gemacht?!

Und dann beobachte ich… Weiterlesen

Grenzen verschwinden durch Bewusstsein

Ich beobachte ein Baby, das mich mit wachen Augen ansieht. Tief schaut es in mich hinein und lächelt mich an. Es ist voller Vertrauen und Liebe zu sich selbst und seiner Umgebung. Selbst wenn der große Bruder vorbeikommt und es etwas grob behandelt, sieht es ihn mit purer Liebe an. Es kennt kein Richtig und Falsch, kein Gut und Böse und kein Meins und Deins.

Ich beobachte drei Kleinkinder, die mit ihren Eltern im Wald spazieren. Sie rennen, lachen, klettern und suchen Gegenstände am Boden. Manchmal rangeln sie kurz um einen Stock, doch der nächste ist schnell gefunden. Gemeinsam erkunden sie die scheinbar unendliche Gegend, erfinden neue Spiele und fühlen sich frei.

Ich beobachte ein zweijähriges Kind, das zu Besuch bei seinem gleichaltrigen Freund ist. Auf einmal schreit einer, das sei sein Spielzeug und der andere solle es nicht haben. Und der andere schreit, er möchte aber genau dieses Spielzeug ebenfalls. Beide sind vor Wut völlig aufgelöst, ziehen sich an den Haaren und weinen. Die Erwachsenen greifen ein, schlichten und verteilen die Gegenstände gerecht. Der Streit legt sich für den Moment, doch die Situation wiederholt sich regelmäßig.

Ich beobachte ein Land, das von seinen Machthabern geteilt wird. Grenzen werden auf einer Landkarte eingezogen. Strich für Strich für Strich. Willkürlich. Vielleicht begründet mit Flüssen, Bergen oder Rohstoffen. Menschen kommen darin nicht vor. Menschen, die Freunde sind. Menschen, die eine Familie sind. Menschen, die sich jahrelang gegenseitig halfen. Und plötzlich sehe ich, wie sie alle um das kämpfen, was ihnen vermeintlich zusteht. Keiner will weniger vom Kuchen abbekommen. Keiner will auf die Rohstoffe auf der anderen Seite des Flusses verzichten. Alle sind in Angst, ihnen würde etwas weggenommen und sie würden zu wenig zum Leben behalten. Weiterlesen

Philosophier doch mal!

Was ist Glück? Was ist ein Freund? Warum bauen Menschen Waffen? Warum zerstören Menschen die Natur? Was ist Liebe?
 
Als unsere Tochter vier Jahre alt war, fragte sie mich plötzlich abends im Bett, warum Babys sterben müssten. Ich war etwas irritiert und erinnerte mich dann, dass eine Freundin kurz vorher einen Satz über einen Bericht im Radio zum Thema Fehlgeburten erzählt hatte. Unsere Tochter bewegte dies tief. Wir unterhielten uns darüber, sprachen über den Tod und dass jeder Mensch einmal stirbt. Sofort schlussfolgerte sie, dass auch Mama und Papa sowie ihre Großeltern sterben würden. Ein paar Minuten war sie völlig aufgelöst, als sie daraufhin erkannte, dass wir wohl eher als sie sterben würden.
 
Es war ein sehr bewegender Moment, dessen Zeitpunkt mich besonders überraschte. Nie hätte ich vermutet, solche Gespräche schon so früh zu führen. Doch es bot uns die Chance, gemeinsam aus dieser Trauer wieder herauszufinden und zu erkennen, dass der Tod zwar zu unserem Leben gehört, doch uns nicht beängstigen muss und auch nichts Schlimmes ist. Am Ende des Gespräches schlief sie mit einem Lächeln ein. Seitdem haben wir oft solche Gespräche abends im Bett. Über die Entstehung der Erde, Krieg, Waffen, Gewalt, Fleischkonsum, Klima, Liebe und vieles mehr. Anfangs war ich unsicher, ob man solche Gespräche zum Einschlafen führen sollte. Klingt nicht gerade nach einer netten Einschlafgeschichte. Doch unsere Tochter forderte es förmlich ein und schlief danach auch nicht schlecht. Es war im Trubel eines Familienlebens der Zeitpunkt, an dem sie wohl am meisten Ruhe zum Nachdenken hatte. Weiterlesen

Die Macht des Schweigens

Eine Mutter versucht, ihr vierjähriges Kind anzuziehen, das wütend mit Schimpfworten um sich wirft und sie mit Händen und Füßen schlägt. Der Vater liest im Nebenraum Zeitung.

Mutter und Vater sitzen mit ihrem Kind am Esstisch. Die Mutter bittet das Kind, ihr das Salz zu reichen. Es reagiert nicht. Der Vater isst wortlos sein Brot weiter.

Der kleine Bruder haut die große Schwester. Die Mutter räumt ohne einen Blick weiter auf.

Wir haben im Alltag viele Bedürfnisse zu stillen. Ob Mutter oder Vater, wir sind oft im Stress, versuchen, alles nebenbei und parallel zu erledigen. Wer soll da noch Augen und Ohren für die kleinen Nuancen unserer Sprache haben? Weiterlesen

Stillst du immer noch?

Dieser Bericht wurde vom Krümel-Blog inspiriert, der eine Blogparade zum Thema „Stillen ist Liebe“ ins Leben gerufen hat.

Leider höre ich nur sehr selten Berichte von positiven Erlebnissen und längerem Stillen. Daher ist mir dieser Bericht so wichtig, um Mut zu machen, dass es möglich ist und sich lohnt.

Ich war – für heutige Verhältnisse – mit 23 Jahren noch recht jung für die erste Schwangerschaft. Nie hatte ich mir vorher Gedanken darüber gemacht, wie es sein würde, woran ich denken sollte und wie es ablaufen könnte. Ich wusste nur:
was immer passiert, ich vertraue meinem Körper ganz und gar, dass er es schafft.

Von meiner Mutter hatte ich vor allem im Kopf, dass ich sehr lange gestillt wurde. Vier Jahre! Das war damals wie heute eine Ausnahmeerscheinung. So lange wollte ich nicht stillen. Klingt doch irgendwie merkwürdig, wenn dein Kind beim Stillen mitreden kann. Fand ich. Aber weniger als ein Jahr wollte ich auch nicht stillen. Ich ging so von zwei Jahren aus, aber eigentlich machte ich mir nie Gedanken darüber. Es sollte sich einfach stimmig anfühlen. Weiterlesen

Können wir Beziehung?

„Das größte Kommunikationsproblem ist,
dass wir nicht zuhören, um zu verstehen.
Wir hören zu, um zu antworten.“

Verfasser: unbekannt

Mich schrieb vor Kurzem ein sehr interessanter Mensch an, der sich auf wissenschaftlicher und praktischer Ebene mit sehr ähnlichen Themen auseinandersetzt wie ich. Im Zuge des Austauschs empfahl er mir einen Artikel zum Thema Paarbeziehung, in dem es darum ging, wie häufig die Partnerschaft zerbricht, weil es dem Paar nicht gelingt, Zeit, Zuwendung, Abwechslung und Achtung in ihr gemeinsames Wohl zu investieren.

Es animierte mich zu einer etwas längeren Antwort, die ich gerne – in angepasster Form – mit euch teilen möchte, denn eine gute Paarbeziehung der Eltern ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Sie ist für mich die Grundlage einer zufriedenen Familie und gesunder, gestärkter Kinder. Wie ich schon in älteren Artikeln schrieb, sind die meisten Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auf Unstimmigkeiten zwischen den Eltern und Verstrickungen in der Familie zurückzuführen. Umso wichtiger ist es, dass sich die Eltern umeinander und um sich selbst, statt nur um die Kinder kümmern.

Doch oft stehen Paare vor scheinbar unlösbaren Konflikten. Das Verhalten des anderen stört. Keiner hört zu. Die Wut wächst. Der Wunsch nach einer zufriedenen Partnerschaft ist zwar da, doch wir wissen einfach nicht, wie wir unseren Partner noch erreichen können. Weiterlesen