Nachgeben oder standhaft bleiben?

Wie jeder mit Kind feststellen wird, ist das ein wirklich schwieriges Thema. Wir wollen nicht zu hart sein oder manchmal nicht unser Gesicht verlieren, wenn wir erstmal etwas verboten haben.

Auf einen Kommentar antwortete ich Folgendes: Es ist ein Abwägen, wie wichtig es mir in dem Moment ist, dass meine Tochter meinem Wunsch folgt. Manchmal sehe ich ein, dass ihr Einwand berechtigt ist. Dann gebe ich nach. In anderen Situationen wiederum erkläre ich ihr die Situation und setze meinen Wunsch durch, wenn sie es partout nicht einsieht. Mir ist dabei wichtig, dass es eindeutige Situationen gibt, in denen sowohl ich als auch mein Mann immer gleich reagieren. Diese haben wir so gut es geht vorher geklärt, damit für uns und auch für unsere Tochter klar ist, wann es definitiv keine Diskussion gibt, weil es sich beispielsweise um eine gefährliche Situation handelt. Weiterlesen

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Muss sich mein Leben ums Kind drehen oder sollte das Kind nur Teilnehmer meines Lebens sein?

Ich arbeite 30 Stunden pro Woche. Darüber bin ich eigentlich sehr glücklich. Meine Tochter ist ungefähr 6 1/2 Stunden am Tag in der Kita. Wenn ich gegen halb vier den Arbeitsplatz verlasse und sie abhole, habe ich theoretisch noch ungefähr vier Stunden Zeit mit ihr. Eigentlich doch eine Menge. Und doch liege ich oft abends erschöpft auf dem Sofa und frage mich, ob ich eine schlechte Mutter bin, weil ich meiner Tochter viel zu wenig an Unterhaltung geboten habe.
Bis sie sich in der Kita von den Spielkameraden loseisen konnte und fertig angezogen ist, ist es meist kurz nach vier. Dann kommt die Entscheidung, die ich jeden Tag treffen muss: Einkaufen oder Spielplatz. Beides ist nicht drin. Natürlich muss ich nicht jeden Tag einkaufen. Mal ist es der Einkauf, mal aufräumen, mal irgendeine andere Erledigung. Ob ich nun meinen Einkauf sinnvoll plane, sei mal dahingestellt. Weiterlesen

Innere Größe in der Praxis – Teil V

Leitartikel: Innere Größe

Beispiel 5 – Ich bin kein Fan von Kinderwagen. Bisher ist unsere Tochter entweder gelaufen oder ich habe sie auf dem Arm getragen. Jetzt ist sie jedoch 23 Monate alt und ihre 11 Kilo tragen sich leider nicht mehr von alleine. Ich sah also vor einem Monat ein, dass in einem bestimmten Alter ein Kinderwagen doch von Vorteil ist. Doch nur, weil ein Kiwa da ist, heißt das noch lange nicht, dass Kind im Wagen sitzen möchte. Schon gar nicht, wenn es bisher immer schön getragen wurde.
Mein Mann und ich haben also beschlossen, ihr anzubieten, entweder selbst zu laufen oder sich in den Kiwa zu setzen.
Aber wie es dann immer so schön ist, dann hat man es eilig, keine Lust, eine halbe Stunde das Kind vom Kiwa zu überzeugen, und schwups ist sie wieder auf dem Arm. Also verfrachtete ich den Kiwa kurzerhand einfach in den Keller und lief bzw. trug sie. Nach einem Monat Kiwa-Pause setzte sie sich plötzlich in der Kita mit Begeisterung in die dort stehenden Kiwas, wenn wir sie abholten. Also holte ich testweise den Kiwa wieder hoch. Auf einmal fand sie ihn interessant, allerdings auch nur 10 Minuten am Stück. So ging das noch einige Zeit. Mal setzte sie sich eine Weile rein, dann gab es wieder Diskussion.
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Innere Größe in der Praxis – Teil IV

Leitartikel: Innere Größe

Beispiel 4 – Wir waren eine Woche zu dritt auf Mallorca. Bewusst hatten wir uns das erste Mal für ein Hotel mit All-inklusive entschieden. Die Reise begann morgens um 3:30 im Bus zum Flughafen. Um 11:30 erreichten wir endlich das Hotel. Entsprechend freuten wir uns auf das Mittagessen. Das Buffet war reichlich. Als wir endlich saßen, schien unsere Tochter jedoch alles andere interessanter zu finden, nur nicht das Essen vor ihrer Nase. Schon immer war es uns eigentlich egal, ob sie dann aufstand oder bei uns sitzen blieb. Also ließen wir sie losrennen. Schnell schlang ich mein Essen hinunter, um nach ihr Ausschau zu halten. Wir saßen in einem großen Raum, der jedoch durch Glastüren zu allen Seiten geöffnet war. Hinter der einen Ecke befand sich der Pool, zur anderen Seite ein Spielplatz, der von unserem Tisch aus nicht einsehbar war. Auf der dritten Seite befand sich eine Straße, die zwar wenig befahren war, dennoch eine Gefahrenquelle darstellte. Erst saß ich also auf meinem Stuhl und scannte non-stop die Umgebung nach meiner Tochter ab. Dann nahm sie Kurs auf die Ecke, hinter der der Pool lag. Weiterlesen

Innere Größe in der Praxis – Teil III

Leitartikel: Innere Größe

Beispiel 3 – Das leidige Thema mit dem Zähneputzen..

Unsere Tochter ist nun fast zwei Jahre alt. Als die ersten Zähne kamen, nahmen wir das Thema noch auf die leichte Schulter. Sie mochte es, auf der kleinen Lernzahnbürste herumzukauen, und bei den wenigen Zähnen schien uns das erstmal genug zu sein. Dann wurden es mehr Zähne und natürlich veränderte sich auch die Nahrung. Doch jeder Versuch, ihr die Zähne richtig zu putzen, wurde mit heftigem Protest abgewehrt. Jegliche Erklärungen, wie wichtig das Zähneputzen doch sei, wurden mit Kopf wegdrehen und hauen verneint.

Wir stellten uns also die Frage: Wer ist hier der Große? Wer entscheidet, ob die Zähne geputzt werden müssen oder nicht? Weiterlesen

Innere Größe in der Praxis – Teil II

Leitartikel: Innere Größe

Beispiel 2 – Jan spielt unten an der Treppe mit Steinen. Sarah wartet bereits oben vor der Haustür und ruft ihn. „Jan, komme jetzt bitte!“ Keine Reaktion. Auch nach dem dritten Versuch kommt Jan nicht. Verärgert geht Sarah in die Wohnung. 10 Minuten später kommt Jan fröhlich die Treppe hinauf zur Wohnung.

Jan hat seine Mutter sehr wohl gehört. Weiterlesen

Innere Größe in der Praxis – Teil I

Leitartikel: Innere Größe

Ich möchte noch ein paar praktische Beispiele für den Umgang mit Kindern in der Haltung „innerer Größe“ geben:

Beispiel 1 – Jedes Mal, wenn Mutter Sarah mit ihrem drei Jahre alten Sohn Jan einkaufen geht, schmeißt er sich an der Kasse wütend und mit rotem Kopf auf den Boden, weil er einen Lolli haben möchte. Wenn Sarah dann nein sagt, beschimpft er sie: „Du bist eine böse Mama! Ich mag dich nicht mehr!“ Spätestens an diesem Punkt gibt Sarah nach und kauft den Lolli doch.
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Möchtest du lieber Apfel-, Orangen-, Kirsch- oder Bananensaft?

Wir wollen es besonders gut machen. Wir wollen es besser machen als unsere Eltern. Wir durften damals nie mitbestimmen. Uns wurde alles vorgesetzt. Unsere Kinder sollen selbst entscheiden, sollen alles haben, was sie wollen.

Das Kind sitzt am Frühstückstisch, kaut noch etwas schläfrig auf einem Stück Brot. Die Mutter kommt: „Willst du lieber Apfel-, Orangen-, Kirsch- oder Bananensaft?“ Das Kind antwortet nicht. Die Mutter fragt erneut, ist nun schon leicht genervt, weil die Zeit rennt. Endlich kommt eine Antwort: Kirschsaft. Die Mutter greift in den Kühlschrank. Mist. Kein Kirschsaft da. „Wir haben doch keinen. Nimm bitte einen anderen.“ Das Kind fängt an zu schreien: „Ich will aber Kirschsaft“. Beginn eines wunderschönen Morgens.
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Nachtschreck

Ich war mit meiner 20 Monate alten Tochter für zwei Nächte in München aufgrund eines Seminars. Nachdem wir gegen 20 Uhr im Hotel angekommen waren, ging ich direkt mit ihr ins Bett. Sie trank und schlief schnell neben mir ein, ließ mich aber nicht aufstehen, ohne sich selbst ebenfalls wieder schlaftrunken aufzurichten. Also blieb ich mit ihr liegen.

Ca. eine Stunde später wachte sie plötzlich auf, schreiend als hätte sie furchtbare Schmerzen, die Augen weit offen. Weiterlesen

Kindertrotz – was tun?

Man sagt, die erste Trotzphase beginnt zwischen 1 1/2 und 3 Jahren. Wenn etwas nicht klappt oder Mama nicht so will, wie man es gerne hätte, wird der nächst beste Gegenstand gehauen oder man schmeißt sich wütend auf den Boden. Kinder in dieser Phase werden urplötzlich furchtbar zornig und schreien, bis sie selbst gar nicht mehr wissen, was der Auslöser war.

Doch kommt es nur mir so vor oder war das früher irgendwie anders? Weiterlesen