Möchtest du lieber Apfel-, Orangen-, Kirsch- oder Bananensaft?

Wir wollen es besonders gut machen. Wir wollen es besser machen als unsere Eltern. Wir durften damals nie mitbestimmen. Uns wurde alles vorgesetzt. Unsere Kinder sollen selbst entscheiden, sollen alles haben, was sie wollen.

Das Kind sitzt am Frühstückstisch, kaut noch etwas schläfrig auf einem Stück Brot. Die Mutter kommt: „Willst du lieber Apfel-, Orangen-, Kirsch- oder Bananensaft?“ Das Kind antwortet nicht. Die Mutter fragt erneut, ist nun schon leicht genervt, weil die Zeit rennt. Endlich kommt eine Antwort: Kirschsaft. Die Mutter greift in den Kühlschrank. Mist. Kein Kirschsaft da. „Wir haben doch keinen. Nimm bitte einen anderen.“ Das Kind fängt an zu schreien: „Ich will aber Kirschsaft“. Beginn eines wunderschönen Morgens.
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Urvertrauen durch Körperkontakt

Ich möchte zum Einstieg von einem Buch aus dem Jahre 1998 berichten.
Es handelt sich um das Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück von Jean Liedloff.

Eine angehende französische Ärztin berichtet, wie sie im Urwald bei einem alten Stamm gelebt und die Menschen beobachtet hatte. Dort war ihr aufgefallen, dass die Kinder nie so schrill und viel schrien wie in Europa. Dieser Sache wollte sie auf den Grund gehen, indem sie den Stamm mehrere Jahre begleitete. Schließlich führte sie das scheinbar ruhigere Verhalten der Kinder auf den ständigen Körperkontakt zurück, den sie durch ihre Mutter oder andere Bezugspersonen erhielten. Babys und Kleinkinder wurden dort immer in Tüchern am Körper getragen. Meist bei der Mutter, manchmal bei Geschwistern oder anderen Verwandten. Bei der Arbeit, beim Kochen, beim Baden. Zudem wurden sie sehr lange gestillt und der Wunsch nach Nähe oder Stillen wurde nie verwehrt. Jean Liedloff nennt es letztlich das „Urvertrauen“, das sich bei den Kindern im Urwald durch den engen Körperkontakt entwickelte. Weiterlesen