Eigenverantwortung oder Dienstleistung

Anders ausgedrückt: Dienstleistungsbeziehung oder lieb gemeint, aber am Bedürfnis vorbei.

Ich habe bereits einige Artikel dem Phänomen der Übervorsorge von Eltern gewidmet. Dies beinhaltet zwei Verhaltensweisen: 1. die Eltern sind stets bedacht, ihren Kinder immer und überall unter die Arme zu greifen sowie sie vor Leid zu bewahren. Und 2. sie wollen ihrem Kind jeden „Ich will haben“-Wunsch erfüllen. Vielleicht wurde ihnen in ihrer eigenen Kindheit vieles verwehrt, weshalb sie die sofortige Wunscherfüllung als einziges Werkzeug zum Glücklichsein empfinden.
Wir verwechseln heute die Selbstbestimmung des Kindes mit der Abgabe unserer elterlichen Verantwortung, unserem Kind durch weitsichtige, wohlwollende Entscheidungen Sicherheit und Richtung zu geben. Ein Kind kann seine tieferen Bedürfnisse frühestens mit 10 Jahren wirklich differenziert erkennen und benennen. Vorher überfordern wir unser Kind, ihm eine Vielzahl von Entscheidungen zu überlassen und jedem „Ich will haben“-Wunsch nachzugehen.
Um die Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung in seiner Gänze zu begreifen, möchte ich euch die Worte des Familientherapeuten und Autors Jesper Juul aus „Dein kompetentes Kind“ ans Herz legen. Weiterlesen

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Unsere Gesellschaft stumpft ab

Ich stand morgens mit meiner vierjährigen Tochter in der Garderobe des Kindergartens und war dabei, ihr die Jacke auszuziehen. Neben uns weitere Eltern, die das Gleiche taten. Da kam eine Mutter zur Eingangstür herein und lief schnellen Schrittes an uns vorbei. Hinter ihr lief schreiend ihre dreijährige Tochter. Meine Tochter schaute erstaunt auf und sah den beiden nach, bis sie hinter der Ecke des Gangs verschwunden waren. Ich griff ihren Blick auf und sagte „Das kleine Mädchen ist traurig. Es sah so aus, als wollte sie nicht in die Kita, obwohl ihre Mutter wahrscheinlich zur Arbeit muss.“ Ich sprach noch ein paar Minuten mit ihr darüber, und wir überlegten, wie wir dem Mädchen helfen könnten.

Doch was in dieser Situation wirklich passiert war, realisierte ich erst ein paar Stunden später. Als die Mutter mit ihrem Kind hereinkam, blickten einige Kinder sie neugierig an. Die älteren dagegen sahen gar nicht erst hin. Ganz besonders bedeutsam war jedoch, dass keiner der Eltern auch nur einen Blick auf die Mutter mit ihrem Kind warf. Sie alle ignorierten die zwei komplett, als würden sie nichts hören. Und da wurde mir plötzlich etwas klar. Weiterlesen

Umgang mit Süßigkeiten

Momentan gibt es kaum ein Thema, das mich mehr aufregt und aus der Ruhe bringt. Unsere Tochter ist nun fast 4 ½ Jahre alt und seit kurzer Zeit ist sie täglich im Süßigkeitenfieber. Man könnte es auch Zuckerwahn nennen. Die erste Frage nach dem Aufstehen ist: „Kann ich was Süßes?“. Und so geht es den ganzen Tag weiter. Im Supermarkt ist es jedes Mal ein Drama, wenn ich weder den Riesen-Schokohasen für 5€ noch das fußballgroße Oster-Schoko-Überraschungsei kaufe.

Was also tun, um wieder Normalität in dieses Thema zu bringen? Weiterlesen

Jedes Kind ist anders

Ein wenig still ist es hier geworden.. Seit einigen Monaten hört man nicht so viel von mir. Das mag vor allem an der Geburt meines zweiten Kindes liegen. Nun sind wir nicht mehr nur Eltern eines vierjährigen Mädchens, sondern auch eines mittlerweile sieben Monate alten Jungen. Seine Geburt hat viel in mir bewegt und natürlich unsere kleine Familie grundlegend verändert. Mit einem Kind sind wir zu allen Geburtstagen, Einweihungsparties und Kochabenden gegangen. Unsere Tochter war überall dabei und schlief auch überall ein.

Mit zwei Kindern verändert sich die Welt drastisch. Plötzlich reichen zwei Arme nicht mehr, um alle zufriedenzustellen. Weiterlesen

Kinder heute – Gesellschaft morgen

Zitat

Kinder sind wie ein Schwamm, was immer sie sehen, hören und fühlen, können sie aufschnappen, und das tun sie auch, wobei sie nicht nur die Verhaltensweisen ihrer unmittelbaren Vorbilder, sondern auch jene von flüchtigen Bekannten übernehmen. Und was Kinder auf diese Weise mitbekommen, wird Einfluß darauf haben, wie sie heranwachsen, und dies wiederum wird sich in einem solchen Maße auf die Welt als Ganzes auswirken, daß es für uns unvorstellbar ist. Weiterlesen

Leichtigkeit in Konflikten

Die meisten kennen es: zwei berufstätige Erwachsene, ein Kind in der Trotz- oder irgendeiner anderen Phase, Haushalt und die hin und wieder konträren Bedürfnisse aller Beteiligten. Das führt zwangsläufig zu Stress und Unmut, wenn man sich nicht bewusst mit Auswegen aus dem Hamsterrad beschäftigt. Denn gerade in diesen Momenten gerät man leider oft mit seinem Partner oder auch den Kindern aneinander. Kleine Macken werden plötzlich zu lauten Konflikten. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich noch die drei Jahre alte Vorwurfskiste auspacken.

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Gemeinsam sind wir stärker

Wenn ein Vater vor dreißig Jahren von der Arbeit kam, sich in den Sessel setzte und die Zeitung aufschlug, war er ein stolzer Mann. Dass er auch in den freien Abendstunden nicht die Kinderbetreuung übernahm, machte ihn nicht zu einem schlechten Vater, denn er verdiente ja das Geld für die Familie. Wollte jedoch eine Frau ein Jahr nach der Geburt wieder arbeiten, wurde sie sogleich als Rabenmutter verspottet. 

Was müssen Mütter sich alles anhören! Wenn wir schnell wieder arbeiten gehen, sind wir per se Rabenmütter, wenn wir nicht arbeiten gehen, leben wir auf Kosten unseres Mannes. Mittlerweile ist die Berufstätigkeit einer Mutter etwas angesehener. Doch nun folgen die nächsten Vorwürfe: Mütter seien unproduktiver, würden ständig private Angelegenheiten während der Arbeit klären und die ach so produktiven Kollegen behindern. 

Aber es geht noch weiter. Was immer passiert, wir sind dafür verantwortlich. Weiterlesen

Grenzen spüren, Grenzen setzen

An Silvester schwor ich noch, Süßigkeiten die nächste Zeit zu meiden. Doch schon zwei Wochen später brachte die Kollegin zum Einstand einen herrlichen Kuchen mit. Beim ersten Stück drückte ich noch ein Auge zu. Doch auch dem zweiten konnte ich nicht widerstehen, obwohl ich längst satt war.

Die Bahn fuhr ein und die Türen öffneten sich. Eine Masse von Menschen quoll heraus und eine ebenso große Masse wollte wieder einsteigen. Dicht gedrängt stand ich im Eingangsbereich, nur durch einen Griff an der Decke gesichert. Bei jeder Bewegung der Bahn stieß ich gegen meine Stehnachbarn. Es wurde immer wärmer. Als ich endlich ausstieg, atmete ich erleichtert auf. Trotz der unangenehmen Situation war ich nicht eher ausgestiegen.

Eine Freundin rief aufgeregt an. Sie wollte ein Wochenende in der Stadt verbringen, doch ihre Übernachtungsgelegenheit hatte abgesagt. Nun brauchte sie dringend für eine Nacht eine Unterkunft. Natürlich bot ich ihr unser Sofa an. Doch aus einer Nacht wurden ohne zu fragen drei. Am letzten Tag konnte ich meinen Frust darüber kaum noch verbergen und verabschiedete sie nur mühsam mit freundlichen Worten.

Es ist Alltag und dennoch finden wir keine Routine: Immer wieder überschreiten wir unsere Grenzen oder lassen sie überschreiten. Es ist eine Volkskrankheit und begleitet uns das ganze Leben. Im Berufsleben ist es sogar anerkannte Norm, ohne die man jeglichen Wunsch nach Karriere angeblich vergessen kann. Die wenigsten finden einen guten Umgang damit. Auch „geschulte“ Menschen müssen sich immer wieder damit befassen.

Sicherlich bis zu 90% der Menschen schwanken zwischen Runterschlucken bis die Wut-Explosion kommt oder sofortiger Distanzierung bis zum Kontaktabbruch. Doch gibt es kein Dazwischen? Weiterlesen

Wir sind keine Spielkameraden – Teil 2

Was machen wir nun, wenn wir plötzlich unserem Kind sagen, dass es allein spielen kann, statt Angebote zu machen? Ich spreche hier von Kleinkindern, die bereits laufen können und auch die ersten Sätze sprechen. Bei Säuglingen verhält sich das selbstverständlich anders, da sie sich nicht selbstständig bewegen, geschweige denn ausdrücken können. Sie sind auf die Hilfe und Interaktion mit der Mutter angewiesen. In erster Linie stillt sie jedoch das Bedürfnis nach Nähe, was sie durch ein Tragetuch etc. gewöhnlich wunderbar mit ihren Alltagstätigkeiten vereinen kann.

Anders verhält es sich bei mobilen Kleinkindern. Ich persönlich habe die Spielplatzgänge von Beginn an (also ca. ab dem Alter von 1 1/2 Jahren) so gehandhabt, meiner Tochter zu zeigen, wie sie selbstständig rutschen, wippen und klettern kann. Beim Schaukeln brauchte sie natürlich länger meine Hilfe. Das klappt bis heute wunderbar und macht ihr große Freude. Sie findet immer sehr schnell andere Kinder, mit denen sie dann gemeinsam wippt. Würde ich ständig neben ihr herlaufen, warum sollte sie dann auf andere Kinder zugehen?

Doch vor Kurzem bemerkte ich, dass mir das zu Hause längst nicht so gut gelingt, wie draußen. Ohne es zu merken, war ich doch in die Schiene geraten, auf ihr Bitten hin mit auf Toilette zu kommen, Duplotürme zu bauen und beim Puzzlen zu helfen. Alles Dinge, die sie anderswo ganz selbstverständlich allein oder mit anderen Kindern macht. Versteht mich nicht falsch: Ich halte es keineswegs für verwerflich, mit seinem Kind zu spielen. Das macht ja bis zu einem gewissen Punkt auch Erwachsenen Spaß. Das Hinweisen auf eigenständiges Spielen ist keine in Stein gemeißelte Vorgehensweise, die auf Biegen und Brechen umgesetzt werden muss. Kritisch wird es dann, wenn wir eigentlich anderes machen wollen, also mit eher schlechter Stimmung bei der Sache sind, oder unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Viele Mütter unterliegen dem Irrglauben, einem Kind jeden Wunsch erfüllen bzw. die Bedürfnisse des Kindes über die eigenen stellen zu müssen, um eine gute Mutter zu sein.
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Wir sind keine Spielkameraden – Teil 1

Kürzlich sah ich einen Vater mit seiner zweijährigen Tochter auf dem Spielplatz. Er lief seiner Tochter eine ganze Stunde hinterher, half ihr die Wippe hoch, hielt ihr die Hand beim Rutschen und fragte sie jede Minute, was sie nun tun wolle, obwohl sie längst alles allein konnte und nicht nach Hilfe suchte. Spätestens wenn ein Kind in die Kita kommt, lernt es, dass irgendein Erwachsener schon kommt, um es mit Aktivitäten zu füttern oder gleich selbst mitzuspielen. Viele Erzieher im Kindergarten missverstehen ihre Aufgabe darin, dass sie, weil sie dafür bezahlt werden, Kinder zu betreuen, ihnen ständig Angebote machen, wie sie ihre Zeit gestalten könnten und gehen fast immer dazwischen, sobald sich ein Streit zwischen Kindern anbahnt. Ebenso tun dies Eltern auf dem Spielplatz. Kindern wird heutzutage kaum noch der Freiraum gelassen, selbst kreativ zu werden und eigenständig nach Lösungen zu suchen, um mit einem Konflikt umzugehen. Ständig wuseln Erwachsene dazwischen, spielen den Schlichter, Clown oder Kinderbespaßer.

Doch wir sind nicht die Spielkameraden unserer Kinder und auch nicht ihre Freunde. Ein Kind braucht diese Klarheit, denn es will sich auf seine Eltern verlassen können. Es hat ganz von selbst den Wunsch nach anderen Kindern, statt nach Erwachsenen, die wieder zu Kleinkindern mutieren. So schön es auch ist, das Kind in sich wiederzuentdecken. Natürlich kann ein Erwachsener mit seinem Kind spielen, nur sollte das Spiel des Kindes nach seinen eigenen Vorstellungen die Regel sein und nicht, wie oft, letztlich nach den Regeln der Erwachsenen. Es muss eine klare Grenze zwischen Freund und Vater/Mutter geben. Mit zunehmendem Alter wird ein Kind sich immer stärker gegen diese Ebenenvermischung wehren, denn kein Kind will seine Mutter oder seinen Vater als Freund, so schön es anfangs erscheint. Im Kind ruft es im späteren Alter fast eine Identitätskrise hervor, beispielsweise die Mutter als Freundin zu betrachten, denn im nächsten Moment muss es sie wieder als Autorität akzeptieren, die sie doch gerade noch als vollständig ebenbürtig erlebte.
Beispielsweise kann man sein Kind erstmal losrennen lassen auf dem Spielplatz und mit gewissem Abstand beobachten, was das Kind tut. Gewöhnlich geht ein Kind niemals weiter als es seine Fähigkeiten zulassen. Wenn es an seine Grenzen stößt, wechselt es zu einem anderen Spielgerät, das es schon beherrscht. Seht ihr, dass es begeistert ein neues Spielgerät ausprobieren will, zeigt ihr die Schritte, die noch fehlen, um es allein zu schaffen.
Stellt euch den Gesichtsausdruck, die funkelnden Augen vor, wenn sie anschließend freudestrahlend und stolz zu euch kommen, weil sie es nach mehreren Versuchen endlich ganz allein geschafft haben.

Das Spielkameraden-Verhalten von Eltern und Großeltern wird im Säuglings- und Kleinkindalter gesellschaftlich akzeptiert, ja mittlerweile fast als guter Ton betrachtet. Doch es ist an dieser Stelle ebenso unangebracht wie im Jugendalter.

Kinder fühlen sich wohl, wenn die Erwachsenen da sind, sich aber nicht einmischen, solange es nicht zu Verletzungen oder Prügeleien kommt. Sie schätzen ihre Anwesenheit, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Doch sie lernen am meisten, wenn sie sich selbst ausdenken, was und wie sie spielen wollen. Und es macht sie besonders stolz und selbstbewusst, wenn sie selbstständig etwas schafften oder einen Konflikt lösen konnten – auf welche Weise auch immer. Aus ihrer Natur heraus haben Kinder das Bedürfnis, keinen weinend zurückzulassen. Erst durch die Einmischung von Erwachsenen verschwindet dieses Verhalten.

Ich weiß, es ist möglicherweise eine der größten Herausforderungen insbesondere für Mütter, ihre Schützlinge einfach mal allein spielen zu lassen, ihnen zu vertrauen, dass sie es ohne Hilfe schaffen werden und sie vor allem in die Unabhängigkeit zu entlassen, ohne Mama zurecht zu kommen. Viele Mütter sind insgeheim doch erfreut, wenn ihr Kind weiterhin auf sie angewiesen ist. Doch der Weg eines Kindes führt ohne Einschränkung in die Unabhängigkeit. Jeden Tag ein bisschen mehr. Wer das behindert, tut seinem Kind letztlich nichts Gutes, sondern stürzt es nur zu einem späteren Zeitpunkt in Schwierigkeiten, wenn die Anforderungen des Lebens deutlich gestiegen sind und die Eltern schmerzlich feststellen müssen, dass sie ihr Kind nun nicht mehr schützen können.

Kinder wollen von ihren Eltern und Großeltern vor allem eins: Lernen, selbstständig zu sein.
Durch Beobachten, Fragen und das richtige Maß an Hilfestellung.

„derStandard.at: Warum fällt es vielen Eltern so schwer, sich ohne konkretes Ziel mit ihren Kindern zu beschäftigen? Haben wir das ablenkungsfreie Nichtstun verlernt?

Jesper Juul: Weil viele Eltern Erzieher und Pädagoginnen zum Vorbild haben. Sie fühlen sich verpflichtet, die Kinder ständig anzuregen und dauernd etwas zu unternehmen. Das macht die Kinder krank. Es muss einen für das Kind deutlich spürbaren Unterschied geben zwischen Kindergarten oder Schule und der Familie. Erwachsene sollten natürlich so viel wie möglich für die Kinder da sein, aber sie sollten nicht ständig mit den Kindern spielen. Die Eltern sollen ihr Erwachsenenleben leben. Denn die Kinder können ja nur zu Hause lernen, wie man erwachsen ist. Wenn sie ihre Eltern aber immer nur als Spielonkel und Spieltanten erleben, dann lernen sie nichts über das Erwachsensein. (Lisa Mayr, derStandard.at, 19.5.2013)“
Ganzes Interview mit Jesper Juul, Familientherapeut und Bestsellerautor.

„Kinder mögen es sehr, wenn man sie in Ruhe lässt. Ihr Wachstum braucht Raum. Gewiss, die Eltern müssen wachsam und umsichtig sein, damit ihrem Kind nichts passiert. Doch das ist eine passive Art von Vorsicht, sie dürfen nicht aktiv eingreifen. Sie sollen dem Kind ein großes Verlangen mitgeben, nach der Wahrheit zu suchen, aber sie dürfen ihm keine Ideologie mitgeben, die ihm sagt, was Wahrheit ist. Sie dürfen es nicht über die Wahrheit belehren, sondern sollen ihm beibringen, wie es die Wahrheit suchen kann. Kinder sollten zum Forschen, zur Suche, zum Abenteuer erzogen werden.
Man sollte den Kindern helfen, die richtigen Fragen zu stellen, und die Eltern sollten diese Fragen nur dann beantworten, wenn sie wirklich Bescheid wissen. Und selbst dann sollten sie so antworten wie Gautam Buddha seinen Schülern zu antworten pflegte: ‚Glaubt nicht an das, was ich sage. Es ist zwar meine Erfahrung, aber sobald ich zu euch darüber spreche, wird sie unwahr, denn für euch ist es keine eigene Erfahrung. Hört mir zu, aber glaubt es nicht einfach. Experimentiert, stellt Nachforschungen an, sucht. Solange euer Wissen nicht aus eigener Erfahrung stammt, ist es nutzlos, ist es gefährlich. Geborgtes Wissen ist ein Hindernis.‘
Aber genau das tun die Eltern ständig: Sie konditionieren das Kind auf Schritt und Tritt.
Kinder brauchen keine Konditionierung. Man braucht ihnen keine Richtung zu weisen. Man muss ihnen helfen, sie selbst zu sein, man muss sie unterstützen, nähren und stärken. Ein wirklicher Vater, eine wirkliche Mutter, wirkliche Eltern sind ein Segen für ihr Kind. Das Kind wird fühlen, dass sie ihm helfen, mehr in seiner Natur verwurzelt zu sein, mehr in sich zu ruhen, sein eigenes Zentrum zu finden, damit es sich selbst lieben kann, sich selbst achten kann, anstatt sich schuldig zu fühlen.“
– Osho: Das neue Kind

 

Folgeartikel: Wir sind keine Spielkameraden – Teil 2