Wir sind keine Spielkameraden – Teil 2

Was machen wir nun, wenn wir plötzlich unserem Kind sagen, dass es allein spielen kann, statt Angebote zu machen? Ich spreche hier von Kleinkindern, die bereits laufen können und auch die ersten Sätze sprechen. Bei Säuglingen verhält sich das selbstverständlich anders, da sie sich nicht selbstständig bewegen, geschweige denn ausdrücken können. Sie sind auf die Hilfe und Interaktion mit der Mutter angewiesen. In erster Linie stillt sie jedoch das Bedürfnis nach Nähe, was sie durch ein Tragetuch etc. gewöhnlich wunderbar mit ihren Alltagstätigkeiten vereinen kann.

Anders verhält es sich bei mobilen Kleinkindern. Ich persönlich habe die Spielplatzgänge von Beginn an (also ca. ab dem Alter von 1 1/2 Jahren) so gehandhabt, meiner Tochter zu zeigen, wie sie selbstständig rutschen, wippen und klettern kann. Beim Schaukeln brauchte sie natürlich länger meine Hilfe. Das klappt bis heute wunderbar und macht ihr große Freude. Sie findet immer sehr schnell andere Kinder, mit denen sie dann gemeinsam wippt. Würde ich ständig neben ihr herlaufen, warum sollte sie dann auf andere Kinder zugehen?

Doch vor Kurzem bemerkte ich, dass mir das zu Hause längst nicht so gut gelingt, wie draußen. Ohne es zu merken, war ich doch in die Schiene geraten, auf ihr Bitten hin mit auf Toilette zu kommen, Duplotürme zu bauen und beim Puzzlen zu helfen. Alles Dinge, die sie anderswo ganz selbstverständlich allein oder mit anderen Kindern macht. Versteht mich nicht falsch: Ich halte es keineswegs für verwerflich, mit seinem Kind zu spielen. Das macht ja bis zu einem gewissen Punkt auch Erwachsenen Spaß. Das Hinweisen auf eigenständiges Spielen ist keine in Stein gemeißelte Vorgehensweise, die auf Biegen und Brechen umgesetzt werden muss. Kritisch wird es dann, wenn wir eigentlich anderes machen wollen, also mit eher schlechter Stimmung bei der Sache sind, oder unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Viele Mütter unterliegen dem Irrglauben, einem Kind jeden Wunsch erfüllen bzw. die Bedürfnisse des Kindes über die eigenen stellen zu müssen, um eine gute Mutter zu sein.
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Wir sind keine Spielkameraden – Teil 1

Kürzlich sah ich einen Vater mit seiner zweijährigen Tochter auf dem Spielplatz. Er lief seiner Tochter eine ganze Stunde hinterher, half ihr die Wippe hoch, hielt ihr die Hand beim Rutschen und fragte sie jede Minute, was sie nun tun wolle, obwohl sie längst alles allein konnte und nicht nach Hilfe suchte. Spätestens wenn ein Kind in die Kita kommt, lernt es, dass irgendein Erwachsener schon kommt, um es mit Aktivitäten zu füttern oder gleich selbst mitzuspielen. Viele Erzieher im Kindergarten missverstehen ihre Aufgabe darin, dass sie, weil sie dafür bezahlt werden, Kinder zu betreuen, ihnen ständig Angebote machen, wie sie ihre Zeit gestalten könnten und gehen fast immer dazwischen, sobald sich ein Streit zwischen Kindern anbahnt. Ebenso tun dies Eltern auf dem Spielplatz. Kindern wird heutzutage kaum noch der Freiraum gelassen, selbst kreativ zu werden und eigenständig nach Lösungen zu suchen, um mit einem Konflikt umzugehen. Ständig wuseln Erwachsene dazwischen, spielen den Schlichter, Clown oder Kinderbespaßer.

Doch wir sind nicht die Spielkameraden unserer Kinder und auch nicht ihre Freunde. Ein Kind braucht diese Klarheit, denn es will sich auf seine Eltern verlassen können. Es hat ganz von selbst den Wunsch nach anderen Kindern, statt nach Erwachsenen, die wieder zu Kleinkindern mutieren. So schön es auch ist, das Kind in sich wiederzuentdecken. Natürlich kann ein Erwachsener mit seinem Kind spielen, nur sollte das Spiel des Kindes nach seinen eigenen Vorstellungen die Regel sein und nicht, wie oft, letztlich nach den Regeln der Erwachsenen. Es muss eine klare Grenze zwischen Freund und Vater/Mutter geben. Mit zunehmendem Alter wird ein Kind sich immer stärker gegen diese Ebenenvermischung wehren, denn kein Kind will seine Mutter oder seinen Vater als Freund, so schön es anfangs erscheint. Im Kind ruft es im späteren Alter fast eine Identitätskrise hervor, beispielsweise die Mutter als Freundin zu betrachten, denn im nächsten Moment muss es sie wieder als Autorität akzeptieren, die sie doch gerade noch als vollständig ebenbürtig erlebte.
Beispielsweise kann man sein Kind erstmal losrennen lassen auf dem Spielplatz und mit gewissem Abstand beobachten, was das Kind tut. Gewöhnlich geht ein Kind niemals weiter als es seine Fähigkeiten zulassen. Wenn es an seine Grenzen stößt, wechselt es zu einem anderen Spielgerät, das es schon beherrscht. Seht ihr, dass es begeistert ein neues Spielgerät ausprobieren will, zeigt ihr die Schritte, die noch fehlen, um es allein zu schaffen.
Stellt euch den Gesichtsausdruck, die funkelnden Augen vor, wenn sie anschließend freudestrahlend und stolz zu euch kommen, weil sie es nach mehreren Versuchen endlich ganz allein geschafft haben.

Das Spielkameraden-Verhalten von Eltern und Großeltern wird im Säuglings- und Kleinkindalter gesellschaftlich akzeptiert, ja mittlerweile fast als guter Ton betrachtet. Doch es ist an dieser Stelle ebenso unangebracht wie im Jugendalter.

Kinder fühlen sich wohl, wenn die Erwachsenen da sind, sich aber nicht einmischen, solange es nicht zu Verletzungen oder Prügeleien kommt. Sie schätzen ihre Anwesenheit, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Doch sie lernen am meisten, wenn sie sich selbst ausdenken, was und wie sie spielen wollen. Und es macht sie besonders stolz und selbstbewusst, wenn sie selbstständig etwas schafften oder einen Konflikt lösen konnten – auf welche Weise auch immer. Aus ihrer Natur heraus haben Kinder das Bedürfnis, keinen weinend zurückzulassen. Erst durch die Einmischung von Erwachsenen verschwindet dieses Verhalten.

Ich weiß, es ist möglicherweise eine der größten Herausforderungen insbesondere für Mütter, ihre Schützlinge einfach mal allein spielen zu lassen, ihnen zu vertrauen, dass sie es ohne Hilfe schaffen werden und sie vor allem in die Unabhängigkeit zu entlassen, ohne Mama zurecht zu kommen. Viele Mütter sind insgeheim doch erfreut, wenn ihr Kind weiterhin auf sie angewiesen ist. Doch der Weg eines Kindes führt ohne Einschränkung in die Unabhängigkeit. Jeden Tag ein bisschen mehr. Wer das behindert, tut seinem Kind letztlich nichts Gutes, sondern stürzt es nur zu einem späteren Zeitpunkt in Schwierigkeiten, wenn die Anforderungen des Lebens deutlich gestiegen sind und die Eltern schmerzlich feststellen müssen, dass sie ihr Kind nun nicht mehr schützen können.

Kinder wollen von ihren Eltern und Großeltern vor allem eins: Lernen, selbstständig zu sein.
Durch Beobachten, Fragen und das richtige Maß an Hilfestellung.

„derStandard.at: Warum fällt es vielen Eltern so schwer, sich ohne konkretes Ziel mit ihren Kindern zu beschäftigen? Haben wir das ablenkungsfreie Nichtstun verlernt?

Jesper Juul: Weil viele Eltern Erzieher und Pädagoginnen zum Vorbild haben. Sie fühlen sich verpflichtet, die Kinder ständig anzuregen und dauernd etwas zu unternehmen. Das macht die Kinder krank. Es muss einen für das Kind deutlich spürbaren Unterschied geben zwischen Kindergarten oder Schule und der Familie. Erwachsene sollten natürlich so viel wie möglich für die Kinder da sein, aber sie sollten nicht ständig mit den Kindern spielen. Die Eltern sollen ihr Erwachsenenleben leben. Denn die Kinder können ja nur zu Hause lernen, wie man erwachsen ist. Wenn sie ihre Eltern aber immer nur als Spielonkel und Spieltanten erleben, dann lernen sie nichts über das Erwachsensein. (Lisa Mayr, derStandard.at, 19.5.2013)“
Ganzes Interview mit Jesper Juul, Familientherapeut und Bestsellerautor.

„Kinder mögen es sehr, wenn man sie in Ruhe lässt. Ihr Wachstum braucht Raum. Gewiss, die Eltern müssen wachsam und umsichtig sein, damit ihrem Kind nichts passiert. Doch das ist eine passive Art von Vorsicht, sie dürfen nicht aktiv eingreifen. Sie sollen dem Kind ein großes Verlangen mitgeben, nach der Wahrheit zu suchen, aber sie dürfen ihm keine Ideologie mitgeben, die ihm sagt, was Wahrheit ist. Sie dürfen es nicht über die Wahrheit belehren, sondern sollen ihm beibringen, wie es die Wahrheit suchen kann. Kinder sollten zum Forschen, zur Suche, zum Abenteuer erzogen werden.
Man sollte den Kindern helfen, die richtigen Fragen zu stellen, und die Eltern sollten diese Fragen nur dann beantworten, wenn sie wirklich Bescheid wissen. Und selbst dann sollten sie so antworten wie Gautam Buddha seinen Schülern zu antworten pflegte: ‚Glaubt nicht an das, was ich sage. Es ist zwar meine Erfahrung, aber sobald ich zu euch darüber spreche, wird sie unwahr, denn für euch ist es keine eigene Erfahrung. Hört mir zu, aber glaubt es nicht einfach. Experimentiert, stellt Nachforschungen an, sucht. Solange euer Wissen nicht aus eigener Erfahrung stammt, ist es nutzlos, ist es gefährlich. Geborgtes Wissen ist ein Hindernis.‘
Aber genau das tun die Eltern ständig: Sie konditionieren das Kind auf Schritt und Tritt.
Kinder brauchen keine Konditionierung. Man braucht ihnen keine Richtung zu weisen. Man muss ihnen helfen, sie selbst zu sein, man muss sie unterstützen, nähren und stärken. Ein wirklicher Vater, eine wirkliche Mutter, wirkliche Eltern sind ein Segen für ihr Kind. Das Kind wird fühlen, dass sie ihm helfen, mehr in seiner Natur verwurzelt zu sein, mehr in sich zu ruhen, sein eigenes Zentrum zu finden, damit es sich selbst lieben kann, sich selbst achten kann, anstatt sich schuldig zu fühlen.“
– Osho: Das neue Kind

 

Folgeartikel: Wir sind keine Spielkameraden – Teil 2

Was wirklich zählt bei der Kita-Suche

Wer sein Kind in die Betreuung durch Erzieher gibt, hat meist mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu kämpfen. Zum einen wünscht sich jeder die Bereicherung, die es einem Kind bringt, mit vielen anderen Kindern zu spielen. Zum anderen können die wenigsten Eltern, besonders Mütter, sich vorstellen, ihr Kind für mehrere Stunden abzugeben. So schwer es ist, immer mehr Familien haben oft gar nicht die Wahl, ihr Kind länger als ein Jahr selbst zu betreuen. Welche Beweggründe auch dahinterstecken, das wichtigste ist doch, dass Eltern und Kind sich wohl fühlen und dieser Schritt möglichst zu einem Zeitpunkt kommt, an dem das Kind reif genug ist, die längere Abwesenheit der Bezugsperson zu meistern. Das ist natürlich sehr individuell. Oft aber früher als man denkt.
Meine Erfahrung zeigt, dass ein Kind dann besonders gut ins Kita-Leben hineinwächst, wenn es auch der Mutter leicht fällt, ihr Kind loszulassen. Gerade Mütter neigen dazu, ihrem Kind nicht zuzutrauen, dass es auch ohne die bekannten Personen zurechtkommt. Sie sind voller Ängste und kämpfen vielleicht auch mit der Distanz, die nun durch neue Bezugspersonen und die Erfahrung der Selbstständigkeit entsteht.
Wer seinem Kind also den Einstieg erleichtern möchte, der arbeite zuerst einmal daran, sich seine eigenen Gefühle bewusst zu machen und bei Ängsten, diese zu minimieren, denn Kinder können meist mehr, als wir denken.

Doch welche Kriterien sind nun relevant bei der Suche nach einer Kita für ein Kind unter drei Jahren?

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Hochsensible Kinder

Ein plötzliches Geräusch erschreckt es. Starker Duft irritiert. Kommen Personen mit schlechter Stimmung in den Raum, fällt es ihm schwer, sich dieser Energie zu entziehen. Im Gespräch versucht es ständig, sich dem Gegenüber anzugleichen. Je näher es dessen Meinung ist, desto sicherer fühlt es sich. In großen Menschenmengen fühlt es sich beengt und unwohl. Gewaltszenen im Kino gehen ihm durch Mark und Bein. Manchmal denkt es tagelang über eine erlebte Situation nach, die andere schon lange vergessen hätten. Kommt die Oma zu Besuch, verhält es sich ganz anders als allein zu Hause, um den Erwartungen und Wünschen der Oma zu entsprechen. In Gruppen versucht es stets, nicht anzuecken oder unangenehm aufzufallen.

Hochsensible Kinder. Es handelt sich dabei um einen verhältnismäßig neuen Begriff, den es als Phänomen vermutlich aber schon immer gab. 1996 wurde der Begriff erstmals von der amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron verwendet. Doch bereits in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts umschrieb der Professor für Psychiatrie und Neurologie Ernst Kretschmer die Wesenszüge von Hochsensiblen, ohne den Begriff zu verwenden.
Dies sind Menschen, die sensibler und intensiver wahrnehmen. Sie nehmen Geräusche, Düfte, Stimmungen und andere Signale stärker wahr. Sie sind Reizen ungefiltert ausgesetzt, ohne gleich autistisch zu sein.

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Kinder – Spiegel der Eltern

Eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind beginnt zwischen den Eltern. Auch diese können nur das weitergeben, was sie selbst erlebt haben. Wenn wir vom natürlichen Umgang mit Kindern sprechen, müssen wir bei der Beziehung der Eltern sowie ihrer Beziehung zu ihren Eltern beginnen. Unsere Kinder spiegeln nur das Verhalten, das sie bei uns sehen. So wie wir selbst mit anderen Familienmitgliedern interagieren, so werden auch sie mit uns und anderen umgehen. Egal, was die Eltern versuchen, ihren Kindern auf der verbalen Ebene zu vermitteln.

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Konsequenz und Machtkämpfe

Mit fast drei Jahren ist unsere Tochter im perfekten Alter für die Trotzphase. Wenn sie etwas haben möchte und es nicht binnen Sekunden bekommt, wird geschrien oder geschmollt.

Vor Kurzem waren wir zwei Wochen zu dritt im Urlaub und kamen so den ganzen Tag in den Genuss dieser Situationen. Mein sonst so gelassener Mann, der gewöhnlich aus jeder Verweigerung mit einem Augenzwinkern ganz spielerisch herausfindet, wurde plötzlich richtig sauer und sah nicht mehr ein, durch Ablenkung oder Kompromisse die Situation zu entschärfen. Der Zeitpunkt war gekommen, dass er von ‚Konsequenz und Willensdurchsetzung‘ sprach. Es war kaum Zeit, das eigene Handeln zu durchdenken. Die Situationen hat doch jeder schon mal im Film gesehen. Dort haben die Eltern fast immer gleich reagiert: 1. Du kriegst xy jetzt nicht! (Härte) 2. Wir müssen dem Kind jetzt zeigen, dass es seinen Willen nicht durchsetzen kann (Exempel statuieren, keine Kompromisse) 3. Kind bis zur Erschöpfung oder Einwilligung schreien lassen (kein Eingehen auf die Gefühlsäußerungen und den Wunsch des Kindes) => Konsequente Durchsetzung des elterlichen Willens, am besten ohne Erklärung.
In der Tat zeigt das anfangs Wirkung. Das Kind ist eingeschüchtert, verstummt irgendwann, und die Eltern denken, nun wäre klar, dass das Kind in Zukunft keinen Widerspruch mehr einlegt.
Doch das Gegenteil ist langfristig der Fall!

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Karriere oder Kinderbetreuung?

Derzeit lese ich einiges zum Thema „Frauen und Karriere“. Wie zu erwarten war, widmen sich diese Bücher und Artikel insbesondere dem Thema „wie die Familienplanung Frauen bremst, ihre Karrierepläne zu verfolgen“.
Das gerade erschienene Buch Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg von Sheryl Sandberg, der Geschäftsführerin (COO) von Facebook, ist ein Plädoyer an Frauen, ihre Berufswünsche nicht über Bord zu werfen und schon gar nicht, bevor sie überhaupt schwanger sind.
Sie spricht davon, dass Frauen häufig schon vor der Schwangerschaft Aufstiegschancen nicht ergreifen, weil sie denken, dem früher oder später mit Kind nicht gerecht werden zu können. Dabei nennt sie viele Beispiele von Frauen, die trotz Familie eine Karriere als Führungskraft erreicht und gemeistert haben. Ihr sind Frauen in hohen Positionen deshalb wichtig, weil sie der Meinung ist, die Welt wäre eine bessere, wenn mehr Frauen mitsprechen und entscheiden würden.
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Windelfrei

Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland eine neue Bewegung: Windelfrei.

Was in anderen Breitengraden völlig normal ist, kommt uns hier als Weltneuheit vor. Fragt man in Afrika Mütter, wie sie es schafften, ihrem Kind das gezielte Pinkeln beizubringen, schauen sie nur fragend. Dort gibt es keine Windeln und die Frauen merken es sofort, wenn das Kind gleich pinkeln muss. Sie halten es dann einfach in den nächsten Busch. Das ist bei uns nicht ganz so einfach, denn das Wetter lässt es meist nicht zu, dem Kind wenig oder gar keine Kleidung anzuziehen, um dieses Vorgehen zu vereinfachen. Dennoch lässt sich davon einiges abschauen. In China gibt es sogenannte Split Pants, die es zu Anfang den Eltern ermöglichen, das Kind schnell über ein Töpfchen zu halten und später dem Kind, sich schnell hinzuhocken.

Sein Kind windelfrei aufzuziehen, ist in den seltensten Fällen ein Dogma. Viele Familien landen bei dieser Methode, weil sie entweder Müll vermeiden wollen oder ihr Kind allergische Reaktionen gegen die Windeln zeigt. Und wieder andere wollen die Kommunikation mit dem Kind stärken. Weiterlesen

Wut, Trauer und Freude in der Trotzphase

Ich gehe mit meiner 2 ½ jährigen Tochter an einem Blumengeschäft vorbei. Erst riecht sie vorsichtig an den Pflanzen, dann haut sie nach einem Blatt. Ich rufe ihr zu, dass sie vorsichtig mit den Pflanzen umgehen soll. Sie sieht mich an. Ein freches Grinsen breitet sich über ihr Gesicht aus. Nun es recht. So doll sie kann, haut sie nun die Pflanzen, während ich nur leidend zusehen kann.

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Beeil dich!

Ich komme von der Arbeit. Der Tag war zwar nicht körperlich anstrengend, dennoch sehne ich mich nach einem Sessel.

In der Kita angekommen, begrüßt mich meine Tochter freudestrahlend. Sie will sofort auf den Arm genommen werden. Ich gehe mit ihr zur Garderobe.

Vor ein paar Wochen erlebte ich hier den ersten Aufstand. Dort gab es so viele interessante Gegenstände zu erklimmen. Jede Bemühung, sie davon loszueisen und anzuziehen, wurde mit lautem Schreien quittiert, bis sie sich teilweise sogar lauthals schreiend und um sich schlagend auf den Boden warf. Eines Nachmittags hatte ich dann einfach ihre Schuhe und Jacke geschnappt, die Tür geöffnet und gesagt, dass ich sie draußen anziehen möchte. Als wäre nie etwas gewesen, war sie mir gefolgt. Seitdem ist die Garderobe kein Ort des Schreckens mehr.

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