Alle Kinder sind gut.
Der Titel löst bei einigen vielleicht Kopfschütteln aus. Wie ist denn das möglich? Die Dimensionen dieses Titels gehen sehr weit. Er sagt ja gleichzeitig, dass auch wir gut sind und dass wir als Kinder gut waren und es noch immer sind. Er sagt, dass auch unsere Eltern gut sind, weil sie Kinder waren, dass sie als Kinder gut waren und es als Eltern auch sind.
Ich will etwas über den Hintergrund von diesem Satz erklären, weg von dem vordergründigen Gerede, wenn wir sagen: „Aber das Kind hat doch das gemacht, und die Eltern haben das gemacht.“ Sie haben es gemacht. Aber wieso? Aus Liebe.
[…] Natürlich ist die Schlussfolgerung – ich nehme sie schon mal vorweg – dass jeder, wie er ist, gut ist. Dass er gerade deswegen gut ist, weil er so ist, wie er ist. Dass wir uns deswegen weder um uns selbst noch um Kinder noch um unsere Eltern Sorgen machen dürfen, ob sie gut sind oder nicht. Nur ist unser Blick manchmal verdunkelt, dass wir nicht sehen, wo wir gut sind, wo die Kinder gut sind und wo ihre Eltern gut sind.
Durch das Familien-Stellen wurde deutlich, dass wir eingebunden sind in ein größeres System, in ein Familiensystem. Zu diesem System gehören nicht nur unsere Eltern und die Geschwister, sondern auch die Großeltern und die Urgroßeltern und die Ahnen. Es gehören zu diesem System auch andere, die auf eine bestimmte Weise für dieses System wichtig waren, wie zum Beispiel frühere Partner von unseren Eltern oder Großeltern. In diesem System werden alle von einer gemeinsamen Kraft geführt. Diese Kraft folgt bestimmten Gesetzen. Weiterlesen →