Streit und Versöhnung

Beim Thema „Ob oder wie viel Streit sollen Kinder mitbekommen?“ scheiden sich die Geister. Die einen sagen „Bloß nicht die Kinder involvieren. Das führt zu bleibenden Schäden.“, die anderen sagen „Die Kinder sollen alles mitbekommen, um zu lernen, mit Konflikten umzugehen.“

Streit zwischen Vater und Mutter oder Eltern und Freunden oder Verwandten lässt sich nicht planen. Es entsteht im Affekt. Die Kinder sind also meist ohnehin zumindest anfangs dabei.
Was ich persönlich aber viel entscheidender finde, ist, dass die wenigsten Kinder bei der Versöhnung der Streitparteien anwesend sind. Meist werden sie bei Aufkommen eines Konflikts aus dem Raum geschickt oder die Parteien trennen sich wutentbrannt. Doch die Lösung und Versöhnung bekommen die Kinder nicht mit, da diese am Telefon, außerhalb des Hauses, hinter verschlossenen Türen oder während die Kinder schlafen passieren.

Wie sollen Kinder lernen, sich zu versöhnen, wenn sie stets nur den Streit erleben? Zeigt ihnen die Versöhnung!

Eltern schenken das Leben

Spätestens in der Pubertät fangen die meisten Kinder an, Fehler an ihren Eltern zu suchen und durch ablehnendes Verhalten Kritik zu äußern. Sie brauchen diese Phase, um eigenständig zu werden. Das glaubt man zumindest in den Industrieländern. Interessanterweise gibt es dieses Phänomen in anderen Kulturen östlicher Länder nur selten. Dort ist es nicht etabliert, den eigenen Eltern Vorwürfe zu machen und sich von ihnen zu distanzieren. Dort ist man seinen Eltern in erster Linie dankbar, dass sie da sind, dass sie alles tun, um der Familie zu dienen, dass sie einem das Leben schenkten.

Natürlich muss keiner jedes Verhalten der Eltern toll finden.

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