Gefahren im Alltag

Ich bin absolut kein Fan von Panikmache und wenn unsere Eltern damit anfangen, die letzten Horrorgeschichten aus der Zeitung zu zitieren, schalte ich oft auf Durchzug. Je älter man wird, desto ängstlicher scheinen viele zu werden. Doch es ist eben doch ein Körnchen Wahrheit dran, und auch wenn selten etwas wirklich Lebensbedrohliches passiert, kann es durchaus hilfreich sein, aus den Erlebnissen anderer zu lernen und ein Auge auf Gefahrenquellen drinnen und draußen zu haben.

Da ich weder Ärztin noch Polizistin bin, zitiere ich dazu die Worte des Leiters der Rechtsmedizin am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Klaus Püschel. Am 16.04.2016 erschien in der Hamburger Morgenpost ein Bericht darüber, worauf Eltern unbedingt achten sollten. Dies soll euch nicht verängstigen, sondern sensibilisieren, um Gefahrenquellen aus dem Weg zu räumen und so die Kinder entspannt spielen lassen zu können.

  1. Keine hängenden Stoffe! Alle festhängenden Stoffe und Bänder bergen die Gefahr, dass Kinder sie sich als Spiel um den Hals wickeln, sich nicht mehr befreien können und sich durch die Aufhängung daran erhängen.
  2. Vorsicht vor Fremdkörpern! Kinder sollten nicht mit Nüssen, Münzen, Murmeln oder Spielzeugteilen spielen bzw. diese in Reichweite haben. Je nach Geschicklichkeit des Kindes sind auch Weintrauben am besten zu halbieren.
  3. Vorsicht Gartenteich! Jedes Wasser birgt die Gefahr des Ertrinkens, da Kleinkinder mit dem Gesicht hineinfallen und sich nicht allein befreien können. Zur Sicherung können Netze direkt unter die Wasserlinie gespannt werden.
  4. Keine Klemmfallen! Zwischen Kinderbett und Wand oder auch anderen Gegenständen kann ein Spalt entstehen, der zur großen Gefahr wird, wenn ein Kind sich hineinzwängt, dazwischenrutscht und der Brustkorb so stark eingeklemmt wird, dass es keine Luft mehr bekommt. Ebenso wird vor Klappbetten gewarnt.
  5. Keine Strippen am Kinderbett! Weder Spieluhr noch Mobile sollten am Kinderbett in Reichweite hängen, da auch dort Kinder zum Spielen ihren Kopf durch die Schlaufe hängen könnten.
  6. Vorsicht vor Kordeln an der Kleidung! Kordeln am Kragen von Kinderjacken oder -pullovern können sich beim Rutschen, Klettern oder wildem Spielen in kleinen Öffnungen verfangen und das Kind so strangulieren.
  7. Keine Nägel, Vorsprünge oder Haken über dem Bett! In diesen können sich Kinder beim Hüpfen auf dem Bett verfangen oder dagegen stoßen.
  8. Keine Fahrradhelme auf dem Spielplatz! Ein Spielplatz ist ein wunderbarer Ort zum Klettern und Turnen. Doch wenn Kinder mit Leichtigkeit durch jeden Zwischenraum rutschen, können sie dennoch mit Helm sehr schnell darin steckenbleiben und schnüren sich dann am Kinnband die Luft ab.
  9. Vorsicht vor Plastiktüten! Kinder spielen gern mit Tüten und einige haben Spaß daran, sich diese über den Kopf zu ziehen. Doch einmal in Panik geraten oder noch zu klein und unbeholfen, kann sich ein Kind nicht mehr daraus befreien und bekommt keine Luft mehr.
  10. Drogen wegschließen! Eltern sollten ihren Kindern niemals vorführen, wie sie Drogen oder Tabletten nehmen. Es gibt immer irgendwann einen unbeobachteten Moment, in dem Kinder stolz sind, ihre Eltern nachzumachen und Tabletten, Medizin oder anderes aus dem Schrank fischen, um es einzunehmen.
  11. Tödliche Feuergefahr! Feuer gehört nicht in die Hände von Kindern, das ist klar. Doch einige Eltern sind stolz darauf, ihren Kindern früh beizubringen, wie man ein Feuerzeug bedient. Auch hier gilt: ein Kind kann einen unbeobachteten Moment nutzen, um stolz das Feuerzeug oder ähnliches allein auszuprobieren und dabei leider einen Gegenstand in Brand zu setzen.

Ich hoffe, diese kleine Auflistung hilft jedem, die Umgebung so kindersicher wie möglich zu gestalten und auf diese Weise den Kindern gelassenes Spielen zu ermöglichen. Mit Sicherheit gibt es noch 100 weitere Gefahrenquellen. Dies sind nur die häufigsten Unfallursachen, die schon mit wenig Aufwand beseitigt werden können.

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2 Gedanken zu „Gefahren im Alltag

  1. Hallo,
    ich finde es super, daß du hier Hinweise aufgegriffen hast, an denen manche mit genau den eingangs geschilderten „zugeklappten“ Ohren vorbeihören . Mir ist dazu eingefallen, wie es sich – wie in meiner Kindheit – in kleineren Orten oft blitzschnell herumsprach, wenn einem Kind etwas zugestoßen war. Beispielsweise wenn ein Badeunfall passiert war und viele die Eltern oder den Betreffenden selbst kannten. Dann war derSchock groß. Es war dann eine große Warnung, und jeder versuchte genau zu verstehen, wie das passieren konnte. Beispielsweise war die Rede von Überhitzung und plötzlichem Herzschlag,wenn derjenige abrupt ins Wasser eines Baggersees gesprungen war und in die eiskalte Unterströmung geraten war. Man konnte sich und seine Freunde und Familie durch Gespräche vor bestimmten Gefahren warnen, weil man sich der Folgen unachtsamen Verhaltens bewusst wurde. In großen Städten gilt das vielen Jüngeren als „uncool“, dabei ist es oft nur Ahnungslosigkeit und fehlende Beziehungen. Die Menschheit hat ja hauptsächlich deshalb überlebt, weil sie gelernt hat, die vielen Gefahren in ihrer Umwelt besser zu meistern als viele Tierarten 🙂 . Dazu gehört auch die Weitergabe des Wissens über potenzielle Gefahrenquellen an die nächste Generation. Wenn das einfach im Hinterkopf gepeichert wird, braucht erst gar nicht zu Panikmache zu kommen.

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  2. Mir ist es vor allem wichtig, dass unsere Wohnung kindgerecht ist. Ich finde es nicht schlimm wenn ein Kind mal stürzt und sich dabei verletzt, denn Kinder lernen schnell aus ihren Fehlern und versuchen dann bei nächsten mal diese zu vermeiden. Dennoch sollte man alle lebensgefährlichen Gefahrenquellen im Haushalt sichern lassen wie z.B.: Stromquellen. scharfe Gegenstände, Kleinteile etc..

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