Die Privatheit des Kindes

Das Kind braucht Privatheit, denn alles Schöne gedeiht nur so. Alles Schöne gedeiht nur im Privaten. Denkt daran: das ist eines der Grundgesetze des Lebens. Die Wurzeln wachsen unter der Erde. Wenn man sie aus der Erde herauszieht, sterben sie ab. Sie brauchen Abgeschiedenheit, völlige Abgeschiedenheit. Im Mutterleib wächst das Kind im Dunkeln heran, in Abgeschiedenheit. Würde man das Kind ans Licht bringen, in die Außenwelt, dann würde es sterben. Es braucht neun Monate lang völlige Abgeschiedenheit. Ein erwachsener Mensch braucht nicht so viel Abgeschiedenheit, eben weil er schon erwachsen ist. Ein Kind braucht viel mehr Privatheit. Aber man lässt es einfach nicht allein. […]

Das Kind braucht ungeheuer viel Privatsphäre, soviel wie möglich, ein Höchstmaß an Privatheit, damit es seine Individualität ungestört entfalten kann. Wir aber dringen in die Intimsphäre des Kindes ein, übertreten ständig die Grenzen. […]

Die Eltern sollten nur da sein, um zu helfen, nicht um sich einzumischen. Es sollte selbst entscheiden, was es tun und lassen will. Die Eltern sollten nur darauf achten, dass es sich selbst oder anderen keinen Schaden zufügt. Das reicht.

– Osho: Das neue Kind

 

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Ein Gedanke zu „Die Privatheit des Kindes

  1. schöne Zitate…..ja, viele Eltern konditionieren ständig an ihren Kindern herum, und, was das Traurige ist, sie bemerken es gar nicht…..ich werde nie vergessen, wie die Mutter eines zehn Tage alten Kindes, das sie in einen Kinderwagen gepackt hatte, wo ihm – traute man seinen Ohren und Augen – etwas so gar nicht zu gefallen schien, meinte : „er ist müde, er will nach Hause!“
    Sehr früh also fangen manche Mütter an, die Lautäußerungen ihres Kindes zu deuten – damit sind dann bestimmte Handlungen scheinbar „logisch und notwendig“ – in diesem Beispiel also „nach Hause fahren“ – anstatt konkret und in der Situation die Gründe des Unwohlseins zu erforschen und zu beheben. Vielleicht das Kind aus seiner Situation zu befreien und an sich zu nehmen? Bei der Wahl zwischen „alle machen das so“ und „was ist j e t z t die richtige Antwort für das Kind?“ entscheiden sich viele für „alle machen das so“ und …konditionieren lieber das Kind…so, dass es irgendwann auch macht, was „alle machen“.

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