Gestillt in die Kita

Es gibt eine Annahme, die ich nun seit Jahren immer wieder höre und die ich gerne ein letztes Mal richtig stellen möchte: „Es ist besser, wenn ich mein Kind vor dem Eintritt in die Kita abgestillt habe, weil es dann ja nicht mehr gestillt werden kann.“ Weiterlesen

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Streichelüberfluss

Kinder verstehen es von Geburt an, die Befriedigung ihrer Bedürfnisse einzufordern. Erst durch Schreien und später immer differenzierter durch Gesten, Mimik und letztlich Sprache.

Der Psychologe Abraham Maslow befasste sich damit, wie wir Bedürfnisse wahrnehmen und fand heraus, dass sie einer Rangordnung entsprechend ihrer Dringlichkeit folgen, die sich als Pyramide darstellen lässt. Ist eine untere Ebene unbefriedigt, bestimmt sie unser Verhalten. An unterster Stelle finden sich unsere physiologischen Bedürfnisse Hunger, Durst und Sexualität. Erst danach treten komplexere Bedürfnisse, wie Sicherheit, Stabilität, Ordnung, Schutz, Freiheit von Angst und Chaos, Struktur, Ordnung und Gesetz auf. Sind diese Bedürfnisse befriedigt, wird uns das Bedürfnis nach Liebe, Selbstachtung und Selbstverwirklichung bewusst. Ist beispielsweise das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität nicht befriedigt, können wir uns nur wenig mit der eigenen Selbstverwirklichung befassen.
Die Familie stellt dabei die Einheit dar, die die Bedürfnisse ihrer Mitglieder bestmöglich erfüllt. Je besser dies gelingt, desto stärker wächst sie zusammen. Hier lernen wir auch den Umgang mit und das Wahrnehmen (oder nicht Wahrnehmen) unserer Bedürfnisse. Weiterlesen

Jedes Kind ist anders

Ein wenig still ist es hier geworden.. Seit einigen Monaten hört man nicht so viel von mir. Das mag vor allem an der Geburt meines zweiten Kindes liegen. Nun sind wir nicht mehr nur Eltern eines vierjährigen Mädchens, sondern auch eines mittlerweile sieben Monate alten Jungen. Seine Geburt hat viel in mir bewegt und natürlich unsere kleine Familie grundlegend verändert. Mit einem Kind sind wir zu allen Geburtstagen, Einweihungsparties und Kochabenden gegangen. Unsere Tochter war überall dabei und schlief auch überall ein.

Mit zwei Kindern verändert sich die Welt drastisch. Plötzlich reichen zwei Arme nicht mehr, um alle zufriedenzustellen. Weiterlesen

Kinder heute – Gesellschaft morgen

Zitat

Kinder sind wie ein Schwamm, was immer sie sehen, hören und fühlen, können sie aufschnappen, und das tun sie auch, wobei sie nicht nur die Verhaltensweisen ihrer unmittelbaren Vorbilder, sondern auch jene von flüchtigen Bekannten übernehmen. Und was Kinder auf diese Weise mitbekommen, wird Einfluß darauf haben, wie sie heranwachsen, und dies wiederum wird sich in einem solchen Maße auf die Welt als Ganzes auswirken, daß es für uns unvorstellbar ist. Weiterlesen

Leichtigkeit in Konflikten

Die meisten kennen es: zwei berufstätige Erwachsene, ein Kind in der Trotz- oder irgendeiner anderen Phase, Haushalt und die hin und wieder konträren Bedürfnisse aller Beteiligten. Das führt zwangsläufig zu Stress und Unmut, wenn man sich nicht bewusst mit Auswegen aus dem Hamsterrad beschäftigt. Denn gerade in diesen Momenten gerät man leider oft mit seinem Partner oder auch den Kindern aneinander. Kleine Macken werden plötzlich zu lauten Konflikten. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich noch die drei Jahre alte Vorwurfskiste auspacken.

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Gemeinsam sind wir stärker

Wenn ein Vater vor dreißig Jahren von der Arbeit kam, sich in den Sessel setzte und die Zeitung aufschlug, war er ein stolzer Mann. Dass er auch in den freien Abendstunden nicht die Kinderbetreuung übernahm, machte ihn nicht zu einem schlechten Vater, denn er verdiente ja das Geld für die Familie. Wollte jedoch eine Frau ein Jahr nach der Geburt wieder arbeiten, wurde sie sogleich als Rabenmutter verspottet. 

Was müssen Mütter sich alles anhören! Wenn wir schnell wieder arbeiten gehen, sind wir per se Rabenmütter, wenn wir nicht arbeiten gehen, leben wir auf Kosten unseres Mannes. Mittlerweile ist die Berufstätigkeit einer Mutter etwas angesehener. Doch nun folgen die nächsten Vorwürfe: Mütter seien unproduktiver, würden ständig private Angelegenheiten während der Arbeit klären und die ach so produktiven Kollegen behindern. 

Aber es geht noch weiter. Was immer passiert, wir sind dafür verantwortlich. Weiterlesen

Grenzen spüren, Grenzen setzen

An Silvester schwor ich noch, Süßigkeiten die nächste Zeit zu meiden. Doch schon zwei Wochen später brachte die Kollegin zum Einstand einen herrlichen Kuchen mit. Beim ersten Stück drückte ich noch ein Auge zu. Doch auch dem zweiten konnte ich nicht widerstehen, obwohl ich längst satt war.

Die Bahn fuhr ein und die Türen öffneten sich. Eine Masse von Menschen quoll heraus und eine ebenso große Masse wollte wieder einsteigen. Dicht gedrängt stand ich im Eingangsbereich, nur durch einen Griff an der Decke gesichert. Bei jeder Bewegung der Bahn stieß ich gegen meine Stehnachbarn. Es wurde immer wärmer. Als ich endlich ausstieg, atmete ich erleichtert auf. Trotz der unangenehmen Situation war ich nicht eher ausgestiegen.

Eine Freundin rief aufgeregt an. Sie wollte ein Wochenende in der Stadt verbringen, doch ihre Übernachtungsgelegenheit hatte abgesagt. Nun brauchte sie dringend für eine Nacht eine Unterkunft. Natürlich bot ich ihr unser Sofa an. Doch aus einer Nacht wurden ohne zu fragen drei. Am letzten Tag konnte ich meinen Frust darüber kaum noch verbergen und verabschiedete sie nur mühsam mit freundlichen Worten.

Es ist Alltag und dennoch finden wir keine Routine: Immer wieder überschreiten wir unsere Grenzen oder lassen sie überschreiten. Es ist eine Volkskrankheit und begleitet uns das ganze Leben. Im Berufsleben ist es sogar anerkannte Norm, ohne die man jeglichen Wunsch nach Karriere angeblich vergessen kann. Die wenigsten finden einen guten Umgang damit. Auch „geschulte“ Menschen müssen sich immer wieder damit befassen.

Sicherlich bis zu 90% der Menschen schwanken zwischen Runterschlucken bis die Wut-Explosion kommt oder sofortiger Distanzierung bis zum Kontaktabbruch. Doch gibt es kein Dazwischen? Weiterlesen

Anträge zur Geburt

Wenn das Baby erstmal da ist, gibt es allerlei Formulare auszufüllen. Da man sich dann jedoch teilweise körperlich nicht dazu aufraffen kann und auch ganz andere Dinge im Kopf hat, ist es sinnvoll, diese schon vor der Geburt auszufüllen, bereitzulegen und später nur noch um Namen und Geburtsdatum zu ergänzen.

Folgendes muss nach der Geburt beantragt werden. Es muss stets eine Kopie der Geburtsurkunde beigelegt werden, die beim Standesamt beantragt wird. Man erhält davon mehrere Kopien direkt vom Standesamt. Weiterlesen

Eure Kinder sind nicht eure Kinder

Zitat

Und eine Frau, die einen Säugling an der Brust hielt, sagte: „Sprich uns von den Kindern.”
Und er sagte:
„Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch;
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Hause von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein,
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.“

– Kahlil Gibran

Wie der Mann während der Geburt unterstützen kann

Ich schreibe diesen Eintrag insbesondere für Familien, die im Krankenhaus entbinden. Sie haben oft keine Hebamme an ihrer Seite, die sie kennen und von der sie wissen, ob sie sie beruhigt oder eher verunsichert. Auch wechseln die Hebammen oft und die Umgebung trägt nicht immer zur Entspannung bei. Ich empfehle auch jeder Frau, die ohne Mann ihr Kind zur Welt bringt, sich eine wohlwollende Begleitperson mitzunehmen, die ihre Wünsche im Zweifel durchsetzt, sie beruhigen, ihr zusprechen und Beistand leisten kann. Insbesondere bei der ersten Geburt. Das kann eine Freundin oder eine Beleghebamme sein. Hauptsache eine Person, zu der sie Vertrauen hat und schon vor der Geburt sprechen konnte.

Wie kann der Mann also zu einer angenehmen Geburt beitragen? Er ist da, um die Frau in jeglicher Hinsicht zu entlasten und zur Entspannung anzuregen. Zugleich ist er ihr Sprecher und Beschützer. Geht davon aus, dass die Frau nach einer gewissen Zeit nicht mehr gewillt ist, Entscheidungen zu treffen und vielleicht auch manchmal ein Brett vor dem Kopf hat, weil sich ihr Körper gerade in einem Ausnahmezustand befindet.
Ich zähle nun also auf, was normalerweise eine gute Hebamme im Blick hat und woran natürlich auch die Frau selbst denken könnte, aber es hilfreich ist, wenn der Mann es ebenfalls berücksichtigen kann. Weiterlesen